Presse Kalenderwoche 29

In der Kalenderwoche (KW) 29 gab es gleich sechs Gezeitenkonzerte am Stück. Berichtet wurde aber am Montag in der Presse noch über die Konzerte mit dem David Orlowsky Trio in Papenburg und vor allem über die fünf Beethoven-Cello-Sonaten vom Wochenende in Ditzum und Völlen. Dienstag machte dann Matthias Kirschnereit mit seinem Zusatzkonzert in Völlen den Auftakt, dann sang am Mittwoch das Vokalensemble Singer Pur in Norden und wurde begleitet von Organistin Anneke Brose. Am Donnerstag ging es erneut nach Völlen und am Freitag und Samstag gab es die Langen Nächte der Gipfelstürmer in der Ostfriesischen Landschaft. Über letztere wird – ebenso wie über die Gezeiten-Classixx im Volkswagen Werk Emden erst in der kommenden Woche in der Presse berichtet.

Emder Zeitung, Freitag, 22. Juli 2016, Seite 5

Emder Zeitung, Freitag, 22. Juli 2016, Seite 5

 

 

 

 

 

 

 

 

Weiterlesen

Gezeiten-TV: Lange Nacht der Gipfelstürmer

Diejenigen, die die Langen Nächte der Gipfelstürmer bislang noch nicht erleben konnten, haben etwas verpasst, sofern sie über ein gewisses Interesse an klassischer Musik verfügen. Allerdings ist es auch so, dass es eine eingeschworene Fan-Gemeinde von mittlerweile rund 500 Personen für diese Konzerte von aufstrebenden jungen Musikern gibt und beide Veranstaltungen am Freitag und am Samstag bereits im Vorfeld ausverkauft waren. Wer nun in diesem Jahr keine Karten mehr bekommen hat, aber trotzdem wissen möchte, warum gerade dieses Format der Gezeitenkonzerte so stark nachgefragt ist, dem sei unser Gezeiten-TV-Beitrag ans Herz gelegt. Wer in den Räumlichkeiten der Ostfriesischen Landschaft dabei war, sieht und hört bestimmt auch gerne noch einmal rein, um weiterhin in Erinnerungen zu schwelgen. In diesem Jahr waren folgende Künstler dabei: Anissa Baniahmad (Flöte), Johanna Stier (Oboe), Rie Koyama (Fagott), Tamász Pálfalvi (Trompete), Sven Stucke (Violine), Johann Blanchard, Magdalena Müllerperth und Nicolai Gerassimez (alle Klavier) sowie das Ensemble Nobiles. Wir bedanken uns bei Frauke Dreessen und Thiele Tee, die jeweils eine der beiden Langen Nächte ermöglicht haben!

Nächster Halt: Routenzugbahnhof

Gezeiten-Classixx im VW-Werk Emden

Gezeiten-Classixx mit dem Warschauer Symphonie-Orchester im Routenzugbahnhof des VW Werks Emden, Foto: Karlheinz Krämer

Gezeiten-Classixx mit dem Warschauer Symphonie-Orchester im Routenzugbahnhof des VW Werks Emden, Foto: Karlheinz Krämer

Sicherheitskontrollen, Werkschutz, eine vergleichsweise schmale Einlasstür für 660 Menschen – wir sind im Volkswagen Werk Emden, und trotzdem fast pünktlich um 17:00 Uhr beginnt das Konzert Nr. 20 der diesjährigen Gezeitenkonzerte, die ausverkauften Gezeiten-Classixx, nach dem Abschlusskonzert in Bunderhee unsere zweitgrößte Veranstaltung. Eine riesige Halle, in der bei sinnfreier Komplettbestuhlung geschätzt sicher dreitausend Menschen Platz gehabt hätten, wurde von uns nach 2015 erneut als Konzertraum verwendet, diesmal aus akustischen Gründen jedoch um 90° Grad versetzt. In der werktags als Routenzugbahnhof genutzten Halle gab es folglich Stuhlreihen links und rechts etwas versetzt sowie mittig zur Bühne, wobei mein Hörtest während der Probe am frühen Nachmittag keine besonders gravierenden Unterschiede erkennen ließen. In der Mitte hörte man aber logischerweise am besten. Weiterlesen

Gipfelstürmer im Dauerlauf

Moderatoren (Ulf Brenken und Matthias Kirschnereit) unter sich, Foto: Karlheinz Krämer

Moderatoren (Ulf Brenken und Matthias Kirschnereit) unter sich, Foto: Karlheinz Krämer

Heute wird’s ein bisschen kürzer, keine Sorge, denn zum Wesentlichen, zur Musik, ist bereits alles gesagt. Die Lange Nacht der Gifpelstürmer zum zweiten Mal ist wie Ostern und Weihnachten im Juli.
Trotzdem ist einiges anders, lustig ist es zum Beispiel zu sehen, wie unterschiedlich das Publikum die Stücke wahrnimmt. Was gestern begeisterte, bekam heute eher verhaltene Reaktionen und umgekehrt.

Zudem lohnt es sich, ein wenig über die Atmosphäre zu berichten, denn die ist ganz anders als bei herkömmlichen Konzerten. Erstens im Publikum, denn nach so einem Konzertmarathon von immerhin sechs Stunden ändert sich das Verhältnis zu den Künstlern: Während im ersten Teil noch brav geklatscht wurde, gab es im zweiten Teil Bravo-Rufe. Im freien Part saßen sogar einige vorne auf der Bühne, was auf jeden Fall gewollt ist.

"Wo müssen wir denn gleich spielen?", war eine der häufigen Fragen, hier vermutlich von Johann Blanchard an Janne Wohlberg

„Wo müssen wir denn gleich spielen?“, war eine der häufigen Fragen, hier vermutlich von Johann Blanchard an Janne Wohlberg

In den beiden Pausen war Gelegenheit zum Austausch untereinander und mit den Gipfelstürmern. Dabei konnte auch Kritik unverblümt vorgetragen werden. Kritik ist für Musiker immer wichtig, wenn man denn damit umgehen kann. An diesem Sonnabend war auch unser Konzertsponsor, Thiele-Tee zu Gast und versorgte die Besucher mit Tee und Scones. Auch unser Team hat sich bewährt, denn wir sind mit allerlei kleinen und größeren Problemen an beiden Abenden ganz gut fertig geworden. Die Veranstaltung im eigenen Haus ist dann nochmal was anderes und gerade die lange Nacht ist eine „logistische Meisterleistung“(Matthias Kirschnereit, 23.07.2016). Eigenlob stinkt ja.

Das Marathon-Gefühl blieb aus, ich hatte eher das Gefühl, mit dem e-Bike unterwegs zu sein, denn durch die Raumwechsel, das abwechslungsreiche Programm und eine sehr lustige und spannende Moderation kam es mir tatsächlich vor wie ein normales Konzert. Viele waren gegen Mitternacht enttäuscht, als es „schon“ zu Ende war. Nur ein bisschen mehr Jazz wäre gut gewesen.

Für unsere Musiker war es wohl etwas Besonderes. Zitat: „Ich hatte noch nie so viel Spaß bei Kammermusik! Alle sind so nett und lustig hier!“. Vor ihrer Leistung habe ich besonderen Respekt, denn so lange Konzerte zwei Mal zu machen ist nicht ganz ohne. Es sind neue Freundschaften entstanden, Ulf und ich konnten CDs abstauben und alle waren sich einig: Wir wollen wiederkommen!

Bei der letzten Pause brach bereits die Dunkelheit herein, Foto: Karlheinz Krämer

Bei der letzten Pause brach bereits die Dunkelheit herein, Foto: Karlheinz Krämer

Lange Nacht gehabt?

Einladender Landschaftsgarten bei der Langen Nacht, Foto: Karlheinz Krämer

Einladender Landschaftsgarten bei der Langen Nacht, Foto: Karlheinz Krämer

Allerdings.

Eigentlich will ich keinen Blogbeitrag schreiben: Wo fang ich an und wo hör ich auf? Meine erste „Lange Nacht“ (zumindest bei den Gezeiten) bedeutete gut sechs Stunden Musik und vor allem Spaß mit jungen Musikern. Moderator Ulf Brenken brachte es für mich gut auf den Punkt: „Suchen Sie mal ein Konzert mit dem Preis-Leistungsverhältnis in Hamburg!“

Zur Erklärung: Die Lange Nacht ist ein hauseigenes Gezeitenkonzert in der Ostfriesischen Landschaft. Dabei werden sowohl unser Forum als auch der Ständesaal zum Konzertraum umfunktioniert. Das Konzert besteht aus drei Teilen: Publikum hört Programm im Forum , Publikum hört Programm im Ständesaal, Programm nach Ansage im Forum. Dabei unterteilen wir die Zuschauer aufgrund der Menge in zwei Gruppen, die einen beginnen im Ständesaal und die anderen im Forum. Im dritten Teil kommen alle im Forum zusammen. Die Künstler springen dabei zwischen den Räumen. Weiterlesen

In die Völlen

Nachtmusiken mit Matthias Kirschnereit in Völlen | Part II

Matthias Kirschnereit, Foto: Karlheinz Krämer

Matthias Kirschnereit, Foto: Karlheinz Krämer

Nachts kann es südlich von Leer schon mal richtig laut werden – zumindest wenn die Gezeitenkonzerte anrücken. In Völlen fand der „richtige“ Soloabend von Matthias Kirschnereit statt, über den es nun zu berichten gilt. Im Unterschied zu weiteren rund 150 Zuhörern, die schon das gleichfalls ausverkaufte Zusatzkonzert am vorgestrigen Dienstag besucht hatten, bekamen wir noch mehr geboten. Aber dazu später mehr.

Matthias Kirschnereit übernahm in einer Person die Funktionen Gastredner (Dank an den Sponsor Raiffeisenbank Flachsmeer eG), Moderator (direkt nach der Pause gab er eine kurze Einführung in Leben und Werk von Fanny Hensel) und Künstler. Denn Klavier spielen kann er ja auch ganz ordentlich. Sein Programm hieß „Nachtmusiken“. Weiterlesen

Der Geist weht nach Norden

Vokalensemble Singer Pur und Organistin Anneke Brose in der Ludgerikirche Norden: „Der Geist weht, wo er will!

Vokalensemble Singer Pur beim Gezeitenkonzert mit Organistin Anneke Brose in der Ludgerikirche Norden, Foto: Karlheinz Krämer

Vokalensemble Singer Pur beim Gezeitenkonzert mit Organistin Anneke Brose in der Ludgerikirche Norden, Foto: Karlheinz Krämer

An so heißen Tagen wie Mittwoch ist man beinahe froh, zu arbeiten. Die Kirchen spenden angenehmen Schatten und sind auch immer kühl. Zudem hört man schöne Musik. Nur mit dem Wind hatten wir mal wieder zu kämpfen, aber dank einer besonderen Steinsammlung aus der Ludgerikirche bekamen wir auch dieses Problem in den Griff.

Auf dieses Konzert hatte ich mich seit langem gefreut, denn es gab Gesang. Unter dem Titel „der Geist weht, wo er will“ boten uns Singer Pur und Anneke Brose an der Arp-Schnitger-Orgel geistliche Musik aus verschiedenen Kulturen. Die Zusammenstellung war auf den ersten Blick ungewöhnlich: es gab Renaissancemusik, Frühbarock und ein bisschen Bach auf der einen und Modernes auf der anderen Seite. Das ganze passt aber erstaunlich gut, da viele Zeitgenossen alte geistliche Texte vertonen. Durch diese Gegenüberstellung bekommt man nochmal eine ganz neue Sicht. Weiterlesen

Atemlos durch die Nacht

Nachtmusiken mit Matthias Kirschnereit in Völlen | Part I

Unter dem Titel Nachtmusiken stand der Klavierabend von Matthias Kirschnereit, hier ein Foto aus Gristede von Karlheinz Krämer

Endlich Sommer in Ostfriesland! Unser Motto von diesem Jahr scheint sich allmählich zu rentieren. Vor dem Konzert in Völlen hatten wir eine richtig gute Zeit, denn der Ort ist schön, die Luft ist gut, und die Kirche ist von hohen Bäumen umgeben, die überall angenehmen Schatten spenden. Auch von innen ist sie sehr für Kammerkonzerte geeignet, ich saß ganz hinten an der Tür und hatte immer noch einen tollen Hörgenuss.

Mit hoher Erwartung sind alle angereist, denn dieses Konzert war eigentlich gar nicht vorgesehen. Das eigentliche Konzert findet erst am Donnerstag statt, doch die Nachfrage war so groß, und wir waren so schnell ausverkauft, dass wir dieses Zusatzkonzert eingerichtet haben. Vielen Dank an die flexible Kirchengemeinde Völlen und unseren Star des Abends, Matthias Kirschnereit, die dies ermöglicht haben. Auch dieses Gezeitenkonzert war wieder komplett ausgebucht. Weiterlesen

Happy Birthday, die Zweite

Beethoves Cello-Sonaten II
Anastasia Kobekina und Elisabeth Brauß, Andreas Brantelid und Andreas Hering sowie Gabriel Schwabe und Markus Becker

Anastasia Kobekina und Elisabeth Brauß spielten u. a. Beethovens Cello-Sonate Nr. 1, Foto: Karlheinz Krämer

Anastasia Kobekina und Elisabeth Brauß spielten u. a. Beethovens Cello-Sonate Nr. 1, Foto: Karlheinz Krämer

Am Sonntag erwachte Petrus aus seinem ausgedehnten Winterschlaf und bemerkte, dass wir ja schon in der zweiten Julihälfte sind. Das Wetter schwang um auf sommerlich und wir konnten unsere Gezeiten-Shirts mal ohne Fleecejacke tragen. So war die Zeit vor dem Konzert richtig angenehm.

Doch ich will mich nicht aufhalten, denn musikalisch gibt es viel zu erzählen: Los ging es mit Beethovens Variationen über „Bei Männern, welche Liebe fühlen“ aus der Zauberflöte, aufgeführt von Anastasia Kobekina (Cello) und Elisabeth Brauß am Klavier. Ein Blick ins Programmheft verriet mir, dass die beiden 1994 und 1995 geboren sind. Ich selbst bin Jahrgang 97. Während bei meinen Klavierübungen die Nachbarn genervt die Fenster schließen, verzaubern die beiden schon einen ganzen Konzertsaal. Vielleicht ist es Talent, zum großen Teil aber sicherlich Fleiß und harte Arbeit. Meinen allergrößten Respekt für diese Leistungen in dem Alter. Weiterlesen