Coole Rampensäue im Museum

Onno erzählt Jan die Geschichte von Störtebekers Schatz, Foto: Karlheinz Krämer

Am Sonntag – pünktlich zu unserem Gezeiten-Erlebnistag im Ostfriesischen Landwirtschaftsmuseum Campen – kam die Sonne raus. Das trug natürlich ein bisschen zur guten Stimmung der Musiker Schauspieler, Tänzer usw. sowie des Publikums und aller Organisatoren bei. Um elf Uhr ging es mit „Störtebekers Schatz“ los. Der Waisenknabe Onno, super gespielt von Onno Smit, der sämtliche Texte auswendig konnte und seine Rolle ausfüllte wie ein alter Hase, sucht am Borkumer Strand nach Treibgut, das er verwenden kann, um für Feuerholz für seine Mutter und Oma Dirtje zu sorgen. Dabei sinniert er über den sagenumwobenen Schatz Klaus Störtebekers nach, der immer noch irgendwo in den Dünen der Insel versteckt sein soll. Dort trifft er auf seinen Freund Jan, schön trocken gespielt von Jasper Poppens, und die alte Oma Dirtje (Ronja Marks), die natürlich viele Teile der alten Sage kennt und auf plattdeutsch erzählt, was Jan nicht versteht, was aber sehr lustig rüberkommt. Zu viel will ich nicht verraten, denn diese Aufführung in Campen von den Nekkepenns war ja die Premiere und Auftakt einer Tournee durch die Region. Auf jeden Fall tauchen in der weiteren Geschichte Ekke Nekkepenn, der Meeresgott, Meerjungfrauen und Inselhasen auf. Die „Schandaal-Band“ sorgt für den musikalischen Part, der eigens für dieses Musical geschrieben wurde. Musik und Texte stammten aus der Feder von Holger Denckmann, Sabrina von Nuis und Dietmar Löcken. Die zahlreich erschienen Gäste waren ebenso begeistert wie unser Gezeiten-Team, dass es sich nicht nehmen lassen hat, bei den Musicals zuzuschauen.

Magischer Anziehungspunkt: Der Trecker, Foto: Karlheinz Krämer

Nach einer kurzen Pause, in der neben dem leiblichen Wohl der Spaß und das Treckerfahren am wichtigsten waren, gingen die Kinder in die verschiedenen Workshops. Es konnte Theater gespielt, getanzt, gesungen und gebastelt werden. Die Erwachsenen waren derweil eingeladen, sich das Museum anzuschauen oder sich bei unserem Förderer des Erlebnistages, der Molkerei Rücker mit ihrem schicken neuen Käsewagen, mit Proben eindecken. Tipp: Feta mit Chili – eine scharfe Sache. Außerdem gab es Kaffee und Tee satt und leckeren selbstgebackenen Kuchen im Café und Pommes und Bratwurst von den Museumsfrünnen draußen.

Rampensäue im Museum

Tanzcompanie Ostfriesland, Foto: Karlheinz Krämer

Um drei ging es mit dem zweiten Musical-Märchen „Die Wolkenkuh“ weiter. Hiske, auch wieder super gespielt von Silja Glinkowski, ist die Tochter des armen Tauschlägers, der nicht in der Lage ist, ihr eine Mitgift zu geben, sodass sie niemand heiraten will. Darüber ist sie sehr traurig und überlegt wie sie es schaffen kann, an genug Geld zu kommen. Als sie nachdenklich am Strand entlang läuft, trifft sie auf Onno, der auf der Suche nach seinem Steuerrad ist. Der verliebt sich sofort in die hübsche, junge Hiske und verrät ihr wie sie sich eine Wolkenkuh fangen kann, die so viel Milch gibt, dass Hiske und ihre ganze Familie davon leben können, nimmt ihr jedoch dafür das Versprechen ab, dass sie auf ihn wartet und niemand anderen heiratet. Auch hier verrate ich nicht mehr, außer dass kurz darauf zahlreiche Wolkenkühe über die Bühne schwebten und mit Musik von der „Schandaal Band“ und den „Hanseaten“ begleitet wurden.

Foto: Karlheinz Krämer

Das Konzept der Nekkepenns, die Anwesenden mit ins Geschehen einzubinden, kam sehr gut an. Wurden die Zuschauer beim ersten Programmpunkt nur mehrfach über den Ruf des Meeresgottes Nekkepenn eingebunden, konnten sie sich bei der „Wolkenkuh“ so richtig austoben. Die eingeübten Tänze und Musikstücke wurden ebenso wie die gebastelten Wolkenkühe vorgeführt und alle hatten viel Spaß. Unser persönliches Fazit von der Organisation der Gezeitenkonzerte war: Genau so haben wir uns ein Familienprogramm immer vorgestellt. Nicht zu belehrend, die Kinder aktiv einbeziehend – in diesem Zusammenhang fand ich sogar den wohldosierten Einsatz der plattdeutschen Sprache richtig gut. Die Geschichten spielten in der Region – herrlich war auch Hannes Flesners „Bottermelk Tango“, der kurz vor Schluss zum Einsatz kam – und wurde erdacht und durchgeführt von Menschen (großen und kleinen) aus der Region. Liebe Nekkepenns: Macht bitte weiter so. Wir wünschen für die weiteren Vorstellungen gutes Gelingen!

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