Der Zugelaufene

Der zugelaufene Hilko Engberts, Foto: Dirk Lübben

Der zugelaufene Hilko Engberts, Foto: Dirk Lübben

Nanu, ein neuer Blogger…wer´s dat denn?! Mein Name ist Hilko Engberts, und ich mache in diesem Jahr ein „Freiwilliges Soziales Jahr Kultur“ (FSJ-Kultur) bei der Ostfriesischen Landschaft. Zunächst in der Kulturagentur und seit dem 1. Dezember 2015 im Landschaftsforum. Daher werde ich auch bei den Gezeitenkonzerten 2016 dabei sein. Letzten Sommer habe ich mein Abitur am Ubbo-Emmius-Gymnasium in Leer gemacht und wollte vor meinem Studium einfach mal raus aus dem Schule-Uni-Trott, mal ein Jahr lang in das sogenannte Arbeitsleben eintauchen. Ich bin selbst leidenschaftlicher Musiker; es liegt also nichts näher als beim größten Festival für klassische Musik in Ostfriesland mitzumachen und auch mal die bequeme Kirchenbank des Zuschauenden zu verlassen. Die Menge an Arbeit und Engagement, die hier aufgebracht wird, hat mich schon sehr überrascht. Zur Konzertvorbereitung gehört eben doch mehr, als Notenständer aufzustellen. Ich selbst bin auch schon mitten in den Vorbereitungen für mein eigenes Projekt, TONALi. Es handelt sich um ein Musikvermittlungsprojekt an Schulen, bei dem junge, aufstrebende Stars der Klassikszene ein moderiertes Konzert spielen. Schülermanager werden eigenständig drei Schulkonzerte organisieren, die Künstler betreuen und zuvor auch einladen. Das Ganze mündet in einem Triokonzert vor den gesamten Schülerschaften der drei teilnehmenden Schulen. Dabei sollen die Schüler auch den Menschen hinter dem Solisten kennenlernen. Zudem erlernen sie, wie ich auch im Moment, erste Grundlagen des Kulturmanagements.

Darauf freue ich mich am meisten beim Festival: Man trifft die größten Virtuosen unserer Zeit beim Kaffee in der Künstlergarderobe und kann jedes der Konzerte mehr oder weniger entspannt genießen. Schon die erste, sehr kurze Begegnung mit dem künstlerischen Leiter Matthias Kirschnereit und der Sopranistin Julia Bauer bei einem Pressegespräch im ehrwürdigen Prunkzimmer hat mich beeindruckt. Künstler auch mal abseits der Bühne zu erleben, ist eine vollkommen neue Erfahrung. Auch die Tatsache, dass so renommierte Solisten in meinem Nachbardorf Hesel spielen, war mir so nicht bewusst. Für Daniel Hope und viele andere muss man sonst mindestens bis nach Groningen fahren, und selbst dort herrscht nicht so eine dichte, fast intime Konzertatmosphäre wie in einer kleinen, ostfriesischen Kirche. Die Künstler musizieren auf Augenhöhe mit dem Publikum.

Trotzdem kann die Zeit des Festivals nach den (Schauer-)geschichten der Kollegen als Ausnahmezustand beschrieben werden: Extrem lange Arbeitstage sowie Essens-und Schlafmangel sind während dieser immerhin knapp zwei Monate keine Seltenheit, und das Pech scheint sich an unsere Fersen zu heften: Ausgefallene Flüge und Züge der Künstler sind dabei noch die kleineren Probleme.

Doch davon lasse ich mich natürlich nicht entmutigen. Ich freue mich schon auf einen Sommer der musikalischen Extraklasse und darauf, viele von Ihnen und Euch bei den Konzerten zu treffen!

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