Lieder der Jahrhundertwende mit Angelika Kirchschlager und Florian Krumpöck

Angelika Kirchschlager beim Gezeitenkonzert in der Auricher Lambertikirche, Foto: Karlheinz Krämer

Weltklasse in der Lambertikirche Aurich: Die Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager und der Pianist Florian Krumpöck sorgten beim Gezeitenkonzert am 30. Juni trotz Dauerregens für sonnige Momente.

Hätte Gustav Mahler, der mit den Ambitionen seiner Frau Alma ganz und gar nicht einverstanden war, gewusst, dass es einmal Konzertabende geben wird, an denen seine Werke gemeinsam mit denen seiner Frau aufgeführt werden, er wäre wohl nicht erfreut gewesen. Zum Glück hatte sie bereits vor der Ehe mit Gustav Mahler, der ihr das Komponieren strikt untersagte, einige Lieder komponiert, von denen es vier am vergangenen Freitag in der Lambertikirche in Aurich zu hören gab. Des weiteren gab es Lieder von Erich Wolfgang Korngold und Richard Strauss zu hören, allesamt um die Jahrhundertwende komponiert.

Angelika Kirchschlagers gesangliche Fähigkeiten waren ebenso beeindruckend wie unterhaltsam, und ihr schauspielerisches Talent sorgte zusätzlich für eine angenehm lockere Atmosphäre. Dazu trug auch die Vertrautheit zwischen ihr und Florian Krumpöck bei. Zwischendurch tauschten sie immer wieder Blicke aus und lächelten sich bestätigend an.

Regen

Leider regnete es ohne Unterlass…, Foto: Karlheinz Krämer

Die beschwingte Stimmung in der Kirche konnte einzig die vom Dauerregen geplagte Pause trüben. Glücklicherweise hatte ich mich an dem Abend für wetterfestes Schuhwerk entschieden und mein Regenschirm hielt mich zudem von oben trocken – naja, er gab jedenfalls sein bestes! Ein weniger gut ausgestatteter Herr konnte sich nicht entschieden, was er jetzt lieber hätte: meine Gummistiefel oder meinen Schirm. Da ein Schuhwechsel vermutlich schwierig geworden wäre, bot ich ihm meinen Schirm an, der allerdings nur noch zur Schadensbegrenzung half. Den Caterern, die an diesem Abend sicher den undankbarsten Job hatten, sei hiermit nochmal explizit für ihre Unerbittlichkeit gedankt.

Nach der Pause ging es weiter mit fünf Liedern von Erich Wolfgang Korngold, der während der 30er Jahre etliche Filmmusiken für Hollywood-Produktionen komponierte, unter anderem für den Film „The Sea Hawk“ mit Errol Flynn. Das gleichnamige Lied sang Angelika Kirchschlager in Piratenmanier, und nicht nur das Publikum hatte sichtlich Spaß dabei. Sehr amüsant war auch das Lied „Fünfzehn Pfennige“ von Richard Strauss, in dem ein junger Mann versucht sich die Liebe und Treue eines Mädchens zu erkaufen, welche dies jedoch schamlos ausnutzt.

Die Besucher dieses Gezeitenkonzertes wurden für ihre Begeisterung selbstverständlich mit einer Zugabe belohnt.

Florian Krumpöck und Angelika Kirchschlager, Foto: Karlheinz Krämer

Wir wissen nicht ob es an der Zeile „und morgen wird die Sonne wieder scheinen“ aus dem als Zugabe gespielten Lied „Morgen“ von Richard Strauss lag oder ob die Pastorin Angelika Scheepker doch noch ein gutes Wort bei Petrus einlegen konnte. Aber tatsächlich schien am nächsten Tag die Sonne. Und auch wenn es immer noch nicht sommerlich warm war, sind wir guter Dinge, dass uns noch einige Konzerte bei schönstem ostfriesischem Sommerwetter bevorstehen. Vielleicht ja auch schon am kommenden Samstag, wenn Florian Krumpöck, diesmal in der kleinen Kirche in Völlen, erneut einen Konzertabend füllen wird.

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