Nuria Rial und Heiko Ossig beim Gezeitenkonzert in Ditzum

Spanische und deutsche Lieder

Heiko Ossig und Nuria Rial

Heiko Ossig und Nuria Rial beim Gezeitenkonzert in der Kirche zu Ditzum, Foto: Karlheinz Krämer

Nuria Rial (Mezzosopran) und Heiko Ossig (Gitarre) begeistern die Besucher bei den Gezeitenkonzerten der Ostfriesischen Landschaft am 27. Juni in der Dorfkirche Ditzum

„¡Buenas tardes, señoras y compañeros!“ – Landschaftspräsident Rico Mecklenburg begrüßte das Publikum in Ditzum auf Wunsch eines deutsch-spanischen Ehepaares in der Muttersprache der wunderbaren Nuria Rial. Die Mezzosopranistin und mehrfache ECHO-Klassik Preisträgerin begeisterte am Dienstagabend gemeinsam mit dem Gitarristen Heiko Ossig die 200 Konzertbesucher in der ausverkauften Dorfkirche.

Auf dem Programm standen spanische und deutsche Lieder verschiedener Komponisten. Begonnen wurde mit sechs deutschen Liedern des italienischen Komponisten Mauro Giuliani. Als nächstes sollte eigentlich ein Werk für Gitarre solo von Fernando Sor folgen. Heiko Ossig hatte sich jedoch kurzer Hand für ein noch passenderes Stück von Francisco Tárrega entschieden. Das „Capricho árabe“ war die perfekte Wahl und ließ einen fast vergessen, dass man in einer kleinen Kirche im stürmischen und ungemütlichen Ostfriesland sitzt. Stattdessen entführte Heiko Ossig die Konzertbesucher in etwas wärmere Gefilde, zumindest musikalisch. Nach vier Liedern von Joseph Haydn folgten einige Kompositionen des spanischen Komponisten Federico García Lorca, um dessen Leben es bereits zwei Tage zuvor im Heimathaus in Aschendorf ging. Es war sehr interessant, nun auch einige musikalische Werke von ihm zu hören. Und vielleicht hätten die Lieder ohne diese Informationen eine andere Wirkung auf mich gehabt.

Gastronomie Ditzum

Gastronomisches Angebot vor der Alten Pastorei in Ditzum, Foto: Karlheinz Krämer

In der Pause, die glücklicherweise vom Regen verschont blieb, konnten sich die Besucher mit Zwiebelkuchen und Antipasti stärken. Wer sich Aufwärmen wollte, konnte eine leckere Gulaschsuppe genießen. Nachdem nun auch die Geschmacksknospen befriedigt waren, konnte man sich wieder ganz den akustischen Reizen zuwenden.

Als Wiedereinstieg fungierte der Spanier Joaquín Rodrigo, dessen Lieder unter anderem von Rittergeschichten und nicht erwiderter Liebe handelten. Sie beeindruckten das Publikum so sehr, dass sogar zwischen den einzelnen Stücken geklatscht wurde.

Heiko Ossig und Nuria Rial, Foto: Karlheinz Krämer

Die kleine Kirche bot auch für die letzten beiden Programmpunkte einen perfekten Rahmen. Sie gab der warmen, hellen und klaren Stimme von Nuria Rial und der angenehm zurückhaltenden, feinen Begleitung von Heiko Ossig genügend Raum und war gleichzeitig nicht zu groß. So entstand eine gemütliche, fast intime Atmosphäre zwischen Publikum und Musikern. Die wurde zwischenzeitlich lediglich durch die quietschenden Schuhsolen meines Hintermannes gestört. Aber darüber konnte ich, wohlgestimmt durch die wunderschöne Musik, ganz entspannt hinwegsehen. Und auch der kleine Räusperer der Mezzosopranistin, den sie mit einem charmanten Lächeln überspielte, konnte die Begeisterung der Konzertbesucher nicht mindern. Stattdessen gab es Beifall mit Hand und Fuß, der auch prompt mit einer Zugabe belohnt wurde. Heiko Ossig und Nuria Rial merkten schnell, dass es hiermit noch nicht getan war und ließen sich deshalb auch noch zu einer zweiten Zugabe hinreißen. So konnte an diesem Abend jeder entspannt und zufrieden den Heimweg antreten, die meisten per Sonder-Fähre zurück über die Ems nach Petkum. Der Fährmann hatte trotz Ebbe keine Schwierigkeiten, sich und die Fähre in sicheres Fahrwasser zu manövrieren.

 

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