Parallel-Welten bei TONALi-Tour

Geigerin Johanna Ruppert in der IGS Marienhafe

selbstgestaltete Plakatwand in der IGS Marienhafe, Foto: Wiebke Schoon

selbstgestaltete Plakatwand in der IGS Marienhafe, Foto: Wiebke Schoon

Zugegeben: Nachdem wir im letzten Jahr super Erfahrungen mit dem Schülermanager-Team um Raphael Paratore an der IGS Marienhafe gemacht hatten, waren sowohl der Musikobmann Herr Weiß als auch wir von den Gezeitenkonzerten euphorisch und dachten: „Das machen die mit links!“ Ganz so einfach war es dann doch nicht, aber wichtig ist, was am Ende dabei herauskommt.

Und so wurde Johanna Ruppert liebevoll schon im Eingangsbereich mit Notenschlüssel und selbstgebastelter Plakatwand empfangen. Wie schon bei Raffi war auch in diesem Jahr die Bühne geschmückt und für ihren Namenszug war eigens eine Girlande angefertigt worden. Erneut sollte es hier zwei Konzerte (um 08:45 und 10:45 Uhr) mit jeweils 240 Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen in der damit ‚übervollen’ Aula geben.

Johanna Ruppert in der Aula der IGS Marienhafe, Foto: Reinhard Former

Johanna Ruppert in der Aula der IGS Marienhafe, Foto: Reinhard Former

Dieter Weiß begrüßte die Anwesenden und übergab an den Schülermanager Marius, der Johanna ankündigte, bevor ein Film zu „Frau Ruppert“ folgte. Dann betrat die junge, sehr hübsche Geigerin die Bühne und spielte zu Beginn Paganinis „Caprice Nr. 20“. Danach verwies sie auf den gemeinsamen Auftritt mit Christoph Heesch und Kiveli Dörken am 25. Mai in Münkeboe, für den doch ihre Patenschule möglichst die meisten Tickets verkaufen solle, um den Gewinn für die IGS Marienhafe einzusacken.

Weiter ging es mit Bach und Penderecki. Naturgemäß kann es bei der Schülermenge nicht so ruhig wie im Konzertsaal sein: Muss es auch nicht! Darauf sind die TONAListen eingestellt. Es ist normal, dass manche Schüler irgendwann ein bisschen unruhig werden. Diese wurden jedoch rasch mit unmissverständlichen Gesten durch die anwesenden Lehrkräfte zur Ordnung gerufen.
Wie bei TONALi üblich, durften die Schülerinnen der 24-jährigen Geigerin Fragen stellen. Das ist immer spannend, weil man nie weiß, was dabei herauskommt. Damit bekommt man aber schnell alle Schüler wieder ins Boot. Denn es ist schon interessant, wenn eine nur wenig ältere junge Frau etwas über ihren Berufswunsch „Violinistin“ erzählt, selbst wenn der Welten von den eigenen Wünschen und Perspektiven entfernt ist.

Johanna Ruppert, Foto: Reinhard Former

Johanna Ruppert, Foto: Reinhard Former

Da in dieser Woche in Marienhafe die Kulturwoche „Specktakel“ (die Schule befindet sich im Speckweg) stattfindet, wurde dieser Freitagvormittag kurzerhand dort integriert. So hatten sich die Marienhafer ausgedacht, dass sie mit der sympathischen und humorvollen Johanna nicht nur die beiden Schulkonzerte machen wollten, sondern sie gleich gebeten, noch für einen Workshop dazubleiben. An diesem nahmen immerhin 20 Schülerinnen und Schüler teil, die dafür sogar noch auf ihre große Pause verzichteten. Hier ging es dann richtig zur Sache, was die Fragerei anging, aber auch praktische Übungen kamen nicht zu kurz!

Aufteilen war heute angesagt. Kiveli Dörken absolvierte parallel zu Johanna ihr Schulkonzert in Dornum. So waren Wiebke Schoon und Uwe Pape in Marienhafe und haben mir Stichworte und vor allem Fotos (s. u.) am laufenden Band geliefert. Hier kommen aus Wiebkes Notizen die Fragen an Johanna:

Wie lange geht das Studium?
Anders als bei anderen Studiengängen ist es nicht schlecht, wenn sich das Studium hinzieht, da man immer besser wird. Es gibt also in der Regel mehr persönliche Entwicklungen als bei z. B. Naturwissenschaften.

Qual der Wahl: Hochschule
Der Student sucht nicht nach Standorten, sondern nach Lehrern.

Wie war es in der Pubertät?
Auch Johanna hatte zwischendurch keine Lust mehr aufs Geige spielen. Aber die Begeisterung kam schnell wieder (nach ca. einem Jahr). Mit 15 besuchte sie dann ein Musikgymnasium.

Wie lange ging Johannas Tag im Internat?
Bis 13:00 Uhr war Schule, anschließend wurde bis 20:00 Uhr am Instrument geübt.

Hast du mit dieser Geige schon viele Konzerte gespielt?
Ja, die Geige kann schöne hohe Töne spielen.

Im Anschluss durften die Schüler ran und sich, von Johanna assistiert, an den drei vorhandenen Geigen ausprobieren: Das hörte sich gar nicht sooo schlimm an :), wenngleich Uwe knurrte, hier klinge es wie im Katzentierheim.

Und am Ende des Vormittages lernten die Schüler und Lehrer auch so langsam, dass sie uns duzen dürfen.

Fazit: Was lange währt, wird manchmal doch gut. Ich denke, alle Beteiligten können zufrieden sein, auch wenn immer (wie bei uns alten Hasen im Festivalbetrieb auch) Verbesserungspotenzial da ist! Wir bedanken uns bei Johanna Ruppert, die sehr unkompliziert alles mit Begeisterung mitgemacht hat, dem Schülermanager-Team um Dieter Weiß, ihm selbst für seine Begeisterungsfähigkeit, sein Machen-lassen und seine Wasserstandsmeldungen, allen anderen beteiligten Lehrkräften der IGS Marienhafe, TONAli und Wiebke und Uwe vom Team der Gezeitenkonzerte, Reinhard Former für die Pressefotos und vor allem der PwC-Stiftung für die Unterstützung von TONALi-Tour.

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