Petrus-und-Paulus-Kirche in Timmel

Ev.-luth. Petrus-und-Paulus-Kirche Timmel, Foto: Karlheinz Krämer

Ev.-luth. Petrus-und-Paulus-Kirche Timmel, Foto: Karlheinz Krämer

Am Rande von Timmel, das als „Timberlae“ schon um das Jahr 900 bekannt war, steht auf einer Warf der lang gezogene, von einem Tiroler Baumeister entworfene  Kir­chenbau von 1736 mit seinen Fenstern im gotischen Stil und dem Glockenturm, der 1850 angebaut wurde. Bevor dieser Bau entstand, gab es an derselben Stelle zwei Vorgängerkirchen. Bei Grabungen 1976 stieß man auf Brandspuren einer Holzkirche. Darüber entstand im 13. Jahrhundert eine Back­steinkirche, die im 18. Jahrhundert wegen Baufälligkeit abgerissen werden musste.

Durch die großen Fenster fällt viel Licht in den flach gedeckten Kirchen­raum. Eine Sehenswürdigkeit sind Teile alter Glasfenster im Chor. Über die Herkunft dieser Fragmente ist nichts bekannt. Vermutlich wurden sie von Timmeler Bauern der Kirche zur Einweihung des Neubaues gestiftet. Man sieht ihnen an, dass sie einst anderswo, vielleicht in den Nord- und Südfenstern, ihren Platz hatten. Sogar diese Reste, hier willkürlich zu­sammengesetzt, beeindrucken durch ihre zarten Farben und die subtile Darstellung von Wappen und Helmzieren

Neben dem 1804 gestifteten Schnitzaltar, der eine Kreuzigungsgruppe zeigt, stehen die beiden Apostelfiguren Petrus und Paulus, die der Kirche ihren Namen gaben..

Die Kanzel  wurde 1695 vom Tischermeister Vellage aus Aurich geschaffen und aus der alten Kirche übernommen. Zwischen Halbsäulen stehen in Rundbogenfeldern Christus und die vier Evangelisten. An der Nordwand ist ein Abendmahls­bild aus dem ursprünglichen Altar (um 1640) angebracht.

Die Orgel stammt von 1962, der Prospekt wurde in der Werkstatt von J.F. Consta­bel in Wittmund 1740 gebaut.

Rechts neben dem Eingang hängt eine Gedenktafel, deren Text neugierig macht. Sie erinnert an Jonas Eilers (1768-78), der während langer, schwerer Krankheiten göttliche Offen­barungen hatte, die ihn dazu brachten, der Gemeinde die Güte Gottes zu predigen und die Sünder zu Buße und Besserung aufzurufen.

Gedenktafel
an das seltene und merkwürdige Gnadenwerk
Gottes in dem zehnjährigen Kinde
Jonas Eilers,
geboren  am 26. September 1768,
und am 23. Juli 1778 daselbst freudig und
selig in dem HErrn entschlafen.
Matth. 11 Vers 25:
Zu derselben Zeit antwortete Jesus, und
sprach: Ich preise dich, Vater und HErr
Himmels und der Erde, dass du solches den
Weisen und Klugen verborgen hast, und
hast es den Unmündigen geoffenbaret.

Text: Monika van Lengen

Ev.-luth. Petrus-undPaulus-Kirche
An der Kirche 1
26629 Großefehn-Timmel

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