Sabine Meyer mit dem Alliage Quintett in Münkeboe

Gezeitenkonzert Münkeboe

Das Alliage Quintett mit Sabine Meyer beim Gezeitenkonzert in Münkeboe, Foto: Karlheinz Krämer

In der bis auf den allerletzten Platz besetzen Kirche in Münkeboe lauschten über 370 Konzertbesucher den irdischen bis sphärischen Klängen des Alliage Quintetts und Sabine Meyer. Die sonst überwiegend als Solistin auftretende Starklarinettistin übernahm an diesem Abend beim Gezeitenkonzert zwar „nur“ eine kammermusikalische Rolle, bewies aber trotzdem oder gerade deshalb Weltklasse. Zusammen mit den vier Saxophonisten (Sopran-, Alt-, Tenor- und Baritonsaxophon) und der Pianistin des Alliage Quintetts bildete sie eine musikalische Einheit, die einzelnen Instrumente verschmolzen zu einem unverwechselbaren, warmen und weichen Klang.

„Fantasia“ – unter diesem Motto stand das Programm des Abends. Der Sopransaxophonist und Gründer des Quintetts, der Frankokanadier Daniel Gauthier, erläuterte mit charmantem Dialekt, dass alle Werke eine Geschichte erzählten. Sei es nun in Form von Filmmusik, Oper, Ballett, oder Musical. Somit passe Sabine Meyer perfekt in das Ensemble, habe ihr Spiel doch auch immer einen Erzählcharakter.

Münkeboe

ein sehr schönes Miteinander, hier Daniel Gauthier und Sabine Meyer, Foto: Karlheinz Krämer

Während des Konzerts vergaß man leicht, dass alle Werke ursprünglich für wesentlich größere Besetzungen gedacht waren und ich war erstaunt, wie „klassisch“ die doch eher ungewöhnliche Instrumentierung klang. Den Arrangeuren sei Dank! Die sechs Musiker spielten unangestrengt und mit einer beinahe ansteckenden Leichtigkeit und beflügelten sich gegenseitig immer wieder durch zustimmendes Nicken, Blickkontakt und verschmitztes Lächeln.

Igor Strawinskys „Feuervogel“-Suite gefiel mir ebenso wie Paul Dukas‘ Vertonung der Ballade „Der Zauberlehrling“ von Johann Wolfgang von Goethe besonders gut. Die lautmalerische Klangkulisse ermöglichte es dem Zuhörer (zumindest ging es mir so), sich in eine fremde, fantastische und märchenhafte Welt zu begeben.

Applaus in Münkeboe

sichtlich zufriedene Musiker in Münkeboe, Foto: Karlheinz Krämer

Erst durch den frenetischen Applaus des Publikums wurde man, wenn auch etwas unsanft, wieder ins Hier und Jetzt geholt. Die begeisterten Besucher des Gezeitenkonzertes in Münkeboe wurden vom dem Sextett mit zwei spritzigen Zugaben belohnt. Unter anderem mit einem Arrangement des West Side Story-Klassikers „America“ von Leonard Bernstein.

Das Ensemble war gut vorbereitet und verkaufte (und signierte) im Anschluss an das seit Monaten ausverkaufte Konzert CDs ihres aktuellen Albums „Fantasia“ an zahlreiche glückliche Abnehmer.

Glückes Geschick – wir schafften es, vor dem Wolkenbruch all unsere sieben, oder eher 70, Sachen zusammenzupacken, während die Musiker den Abend bei Bier und Würstchen ganz bodenständig unter den neuen Zelten des Fördervereins „För Di“ aus Münkeboe ausklingen ließen.

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