Erster Ausblick auf die Gezeitenkonzerte 2016

v.l.n.r.: Dirk Lübben, Rico Mecklenburg, Matthias Kirschnereit, Joachim Queck | Foto: R. Former

v.l.n.r.: Dirk Lübben, Rico Mecklenburg, Matthias Kirschnereit, Joachim Queck | Foto: R. Former

Pressegespräch zu den Gezeitenkonzerten
Warum wir schon im Dezember erste Details zu den Gezeitenkonzerten bekannt geben, wenn sie doch erst im Sommer stattfinden, war eine der Fragen am vorletzten Freitag beim Pressegespräch im Prunkzimmer der Ostfriesischen Landschaft. Weil wir schon so viele Anfragen haben, wann denn das Programm endlich kommt, was wir uns für 2016 ausgedacht haben und weil wir den Freunden unseres Festivals mit ein paar Informationen vorab einfach schon eine Freude machen und Lust auf viele schöne Konzerte im kommenden Jahr wecken wollen.

Gezeitenkonzerte 2016 unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Weil
Wer Matthias Kirschnereit kennt, weiß, dass er vor Begeisterung übersprudelt und doch wieder mehr verrät als er eigentlich wollte. So war es auch an diesem Tag.
Gute Neuigkeiten nicht-musikalischer Natur gab es gleich zu Beginn von Landschaftspräsident Rico Mecklenburg, der bekannt gab, dass Ministerpräsident Stephan Weil zu unserem kleinen fünf-jährigen Jubiläum (man könnte auch sagen „Geburtstag“) mit Freude die Schirmherrschaft der Gezeitenkonzerte übernommen hat. Bei der Eröffnung in der Johannes a Lasco Bibliothek in Emden befindet er sich allerdings auf seiner jährlichen Sommerreise im Südosten des Bundeslandes. Noch hat sich kein passender Termin für einen Besuch gefunden.

Volkswagen Werk Emden stärkt weiterhin die Gezeitenkonzerte

Guter Laune: Rico Mecklenburg und Matthias Kirschnereit | Foto: R. Former

Guter Laune: Rico Mecklenburg und Matthias Kirschnereit | Foto: R. Former

Die nächste positive Nachricht kam gleich hinterher: Selbst in Krisenzeiten stärkt das Volkswagen Werk Emden die Region und stellt auch 2016 den Fuhrpark für die Gezeitenkonzerte zur Verfügung. Außerdem dürfen wir nach dem großen Erfolg in diesem Jahr wieder mit einem Gezeiten-Classixx in einer der Hallen auf dem Werksgelände zu Gast sein: „Ein wunderbares Zeichen der Verbundenheit“, nannte Rico Mecklenburg diese beiden Aussagen aus Emden.

Dann ließ er es sich nicht nehmen, einen weiteren Höhepunkt anzukündigen: Das Schlusskonzert wird erneut auf dem Polderhof des Friesenpferdegestüts Brümmer in Bunderhee stattfinden. Gerne möchten wir an den Erfolg mit über 1.000 Besuchern anknüpfen und auch am 14. August 2016 viele junge Musiker des Jungen Philharmonischen Orchesters Niedersachen (JPON) dort auf der Bühne erleben und zwar ganz Motto-getreu u. a. mit der Ouvertüre aus dem „Sommernachtstraum“ von Felix Mendelssohn. Weiterlesen

Gezeiten-TV Interview mit Sharon Kam

Und noch einen weiteren Beitrag von Gezeiten-TV haben wir Ihnen im Sommer hier versehentlich vorenthalten. Die fantastische Klarinettistin Sharon Kam war im Juli zum dritten Mal in Folge (immer in verschiedenen Besetzungen) bei den Gezeitenkonzerten in Ostfriesland (bzw. auf der ostfriesischen Halbinsel) zu Gast. Mit Gezeiten-TV spricht sie über ihr Zusammenspiel mit Johannes Peitz (ebenfalls Klarinette und Bassetthorn) und mit der jungen Gipfelstürmerin Danae Dörken am Klavier in der Kirche zu Bockhorn und ihre Begeisterung für die Gezeitenkonzerte und die Region Ostfriesland. Danae, Studentin von Lars Vogt, hat im Sommer übrigens gleich bei zwei Gezeitenkonzerten in Timmel und Bockhorn mitgewirkt, in Timmel zusammen mit ihrer Schwester Kiveli sowie Aaron Pilsan und Jamie Bergin.

Die letzten Tage

Teil I – Die Flamme des Festivals

v.l.n.r.: Dirk Lübben (organisatorischer Leiter, Ostfriesische Landschaft), Prof. Matthias Kirschnereit (künstlerischer Leiter Gezeitenkonzerte), Helmut Collmann (Landschaftspräsident) und Dr. Rolf Bärenfänger (Landschaftsdirektor)

v.l.n.r.: Dirk Lübben (organisatorischer Leiter, Ostfriesische Landschaft), Prof. Matthias Kirschnereit (künstlerischer Leiter Gezeitenkonzerte), Helmut Collmann (Landschaftspräsident) und Dr. Rolf Bärenfänger (Landschaftsdirektor)

Nach vier intensiven Konzerttagen, die selten vor halb eins nachts endeten, einer entspannten zweistündigen Pressekonferenz am Montagvormittag, sowie Mittagessen und Picknick mit dem Gezeiten-Team, können wir jetzt endlich ein bisschen zurückblicken und aufarbeiten. Offen sind zum Beispiel noch die Berichte der Gezeitenkonzerte in Dunum und Leer, die wir gerne im Blog verewigen möchten. Überhaupt freuen Wibke und ich uns, dass der Gezeitenblog in diesem Jahr wieder gut angenommen wurde. Klickzahlen sind und dürfen kein Maßstab für Qualität sein, aber ein bisschen stolz sind wir schon, dass der Blog bis zu 403 mal am Tag aufgerufen wurde (knapp 10.000 Aufrufe während des Festivalzeitraums). Es ist eine schöne Plattform, um die vielen Konzerte und Geschichten hinter der Bühne schreibend zu begleiten. Und wie überall, hat man dabei kreative und weniger inspirierte Tage, weil zum Beispiel vormittags schnell ein Text produziert werden musste und nachmittags schon die Fahrt zum nächsten Konzert los ging. So ist dieser Blog während des Festivals eine wunderbare Spielwiese für feuilletonistische Kleinformate und ein Ventil, um die eigene Begeisterung über die Musik, die Künstler und die Atmosphäre in sprachliche Form zu gießen. Auch wenn wir hier natürlich nicht die eigenen Veranstaltungen verreißen würden (dafür gibt es die unabhängige Presse), sollte doch ein Maß an Selbstkritik und Ehrlichkeit gewährt werden. Wenn ich an das kontroverse Eröffnungskonzert denke, haben wir das auch eingehalten.

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Don’t stop ‚til you get enough

Die Lange Nacht der Gipfelstürmer I

vision string quartet, Foto: Karlheinz Krämer

vision string quartet, Foto: Karlheinz Krämer

Zum Beispiel das Vision String Quartet. Wer heute gut sein will, spielt nicht nur die Klassiker einwandfrei und frisch, sondern wird selbst aktiv. Dann bedient man sich mal rotzfrech der deutschen Nationalhymne und lässt sie in nationale Disharmonie abkippen. Oder bearbeitet Schuberts „Erlkönig“ fürs Streichquartett und kann einfach alles von Jazz bis Klassik. Für Beethovens Streichquartett Nr. 7 F-Dur gibt es fünf Minuten Standing Ovation. Mancher sah da schon das Solokonzert 2015…

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Die Gezeiten – Der Mythos

Irgendwo zwischen Forlitz-Blaukirchen und Buttforde vor einigen Jahren.

Windmühlen in Ostfriesland, Foto: Karlheinz Krämer

Windmühlen in Ostfriesland, Foto: Karlheinz Krämer

Apollon, Gott der Dichtkunst und Musik, rumänische Tänze von Bartók pfeifend, streicht durch die Natur. Er streichelt mit seiner großen Hand über die Wallhecken und flüstert mit der Stimme einer zärtlich Mutter, die weiß, dass sie ihr Kind jetzt aus unschuldigen Träumen reißt: „Ostfriesland….pssst…“ Als keine Antwort kommt, etwas energischer: „Hey Ostfriesland!“. Keine Antwort. Dann im dröhnenden Bass: „OSTFRIESLAND!“

Ostfriesland erwacht langsam, fährt die Windräder hoch und krächzt: „Apollon … moin …. Wat wullt du denn?“ Apollons Stimme tönt über die Wiesen wie acht himmlische Posaunen: „Dein kultureller Dornröschenschlaf ist vorbei, meine Verehrte! Es ist kurz vor der Sommersonnenwende. Die Gezeiten sind da!“ Weiterlesen

Kirche Dunum

Kirche Dunum, Foto: Karlheinz Krämer

Kirche Dunum, Foto: Karlheinz Krämer

Die Kirche in Dunum liegt auf sehr altem Siedlungsgebiet. Nicht weit entfernt befindet sich der sagenumwobene Radbodsberg. Hier soll der Sage nach der friesische König Radbod begraben sein. Bei der Ausgrabung des Hügels wurden mehrere Gräber, eine Steinkiste und ein Pferdeschädel mit Halswirbeln und Lederresten entdeckt. Vermutlich war ein Grabhügel der Steinzeit der Ursprung des Radbodsberges. Sowohl in der jüngeren Bronzezeit als auch in der frühen Eisenzeit, also bis zur Zeit Christi Geburt, wurde der Hügel als Bestattungsplatz genutzt und war somit über 3000 Jahre ein geheiligter Ort.
Die Kirche hatte, so haben Grabungen ergeben, einen hölzernen Vorgängerbau.

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Streifzüge 2014 mit Picknick im Grünen

Upstalsboom, Foto: Matthias Bergmann

Upstalsboom, Foto: Matthias Bergmann

Für den naturkundlichen Part der Streifzüge, die natürlich auch 2014 ihren festen Platz im Programm der Gezeitenkonzerte haben, hat sich Matthias Bergmann gemeinsam mit seiner Partnerin Gunda Heyen etwas Neues ausgedacht.
Statt einer etwas ausgedehnteren Wanderung wollen die beiden lieber ein einfaches Picknick mit regionalen Leckereien im Grünen anbieten. Sie entführen das willige Publikum an landschaftlich reizvolle Plätze in der Marsch, auf der Geest oder im Moor und servieren den Teilnehmenden mitten in der Natur beispielsweise ein Tässchen Tee mit typisch ostfriesischem Krintstuut, selbstgebackenen Kuchen und weitere Köstlichkeiten aus der Region. So geht es im Zusammenhang mit dem Gezeitenkonzert in Schirum beispielsweise zum sagenumwobenen Upstalsboom, den Matthias Bergmann vielleicht mit den nahegelegenen Meeren in Verbindung bringt, ans Ewige Meer bei Großheide oder ins Emsvorland bei Ditzum.

Der Vorteil im Vergleich zu den beiden Vorjahren: Der lange Fußmarsch, der vielleicht einige abgeschreckt hat, entfällt. Dennoch muss keiner auf die gewohnten Informationen zu Landschaftsgeschichte mit ihrer besonderen Flora und Fauna verzichten: Im Gegenteil; solange es nicht in Strömen gießt, sorgen die beiden sogar noch für ein Dach in Form eines Pavillons über dem Kopf.

Los geht es etwa drei Stunden vor Konzertbeginn (s. Programm oder Internet) am Treffpunkt, häufig am Veranstaltungsort, wo man vielleicht noch Fahrgemeinschaften bildet und macht dann einen klitzekleinen Spaziergang zum Picknickort. Das Ganze dauert ungefähr zwei Stunden, sodass man im Anschluss ganz entspannt das Gezeitenkonzert in der kühlen Kirche genießen kann.

Sonja Wiltfang, Leiterin des Ostfriesischen Landwirtschaftsmuseums Campen, die grundsätzlich für die Organisation der Streifzüge zuständig ist, hat sich um den kulturtouristischen Part gekümmert und sich viele neue Sachen ausgedacht, bzw. die bewährten, wie z. B. eine Kanalfahrt oder die Überfahrt nach Ditzum inkl. Sonderfähre für den Rückweg eingefädelt. Auch ihre Streifzüge nehmen teilweise Bezug auf die Natur, wenn es beispielsweise durch die Salzwiesen des Weltnaturerbes Wattenmeer geht, natürlich geführt, um nichts zu beschädigen und auch um zu wissen, was sich unter den Füßen so tut.

Haben auch Sie noch eine Idee für einen Streifzug? Dann freuen wir uns sehr über Ihre Kommentare zu diesem Artikel. Gerne können Sie natürlich auch direkt mit uns Kontakt aufnehmen (Daten s. Impressum). Einige aufmerksame Leser des Gezeitenblogs haben das zwischendurch immer schon einmal gemacht, und ein paar dieser Anregungen konnten wir bereits aufnehmen, bzw. haben sie im Hinterkopf geparkt.

Weltnaturerbe Wattenmeer, Foto: Matthias Bergmann

Weltnaturerbe Wattenmeer, Foto: Matthias Bergmann

Gezeiten-TV im Gespräch mit Harald Lesch von den Volksbanken und Raiffeisenbanken in Weser-Ems

Am Rande des Gezeitenkonzertes mit den Gipfelstürmern, dem SIGNUM Saxophonquartett, im Alten Kurhaus Dangast führte Mieke Matthes für Gezeiten-TV ein Interview mit Harald Lesch von den Volksbanken und Raiffeisenbanken in Weser-Ems. Seitdem die Ostfriesische Landschaft Konzerte veranstaltet, ist auch die Bankengruppe dabei. Seit dem letzten Jahr engagieren sie sich gemeinsam mit den Volksbanken und Raiffeisenbanken in Ostfriesland für die Gezeitenkonzerte und freuen sich über deren gute Resonanz und Nachhaltigkeit für die Ostfriesische Halbinsel.
Auch die SIGNUMs sind kurz zu hören und zu sehen.

Spielorte bei den Gezeitenkonzerten

ev.-ref. Kirche Ditzum, Foto: Karlheinz Krämer

ev.-ref. Kirche Ditzum, Foto: Karlheinz Krämer

In Ostfriesland gibt es einen reichhaltigen Fundus an wunderschönen, zumeist kleinen Dorfkirchen, die sich hervorragend für kleine, intime Kammerkonzerte zumeist in kleinerer Besetzung eignen. Wahre Kleinode haben wir dort schon für unsere Gezeitenkonzerte entdeckt.
Um dem Auftrag der Ostfriesischen Landschaft Rechnung zu tragen, in und für ganz Ostfriesland tätig zu sein, halten wir immer wieder Ausschau nach neuen Orten, um möglichst viele Spielorte dabei zu haben und den Kirchengemeinden gerechter zu werden. Allerdings dürfen wir aber auch die Interessen unserer Geldgeber, des Landes Niedersachsen, der Landkreise Aurich, Leer und Wittmund sowie der Stadt Emden, nicht außer Acht lassen, sodass diese Orte quasi gesetzt sind.

Altes Kurhaus Dangast, Foto: Karlheinz Krämer

Altes Kurhaus Dangast, Foto: Karlheinz Krämer

Den Touristikern ist besonders wichtig, dass die Gezeitenkonzerte die gesamte ostfriesische Halbinsel bedienen, sodass auch besonders schöne Spielorte wie die imposante St.-Georgskirche in Sengwarden, das urige Alte Kurhaus Dangast oder das Pumpwerk in Wilhelmshaven, das bezaubernde Gut Horn Gristede und das Heimathaus in Aschendorf (Emsland) bespielt werden. Die Oldenburgische Landschaft und die Emsländische Landschaft freuen sich über dieses zusätzliche kulturelle Angebot in ihrem Bereich.
Leider hat es in diesem Jahr nicht geklappt, den Park der Gärten bei Bad Zwischenahn einzubeziehen, da sich die Musiker angesichts eines Open-Air-Auftritts zu unsicher waren, obwohl die tolle Zeltbühne überdacht ist. Wir hoffen auf eine baldige Gelegenheit, diese besondere Location mit einzubeziehen; vielleicht mit einem Jazzkonzert im nächsten Jahr. Dass ein Spielort wie die entzückende Deichkirche in Carolinensiel sich als Spielort der Gezeitenkonzerte förmlich aufdrängt, liegt ja wohl auf der Hand!

Auswahlfaktoren

Johannes a Lasco Bibliothek Emden, Foto: Karlheinz Krämer

Johannes a Lasco Bibliothek Emden, Foto: Karlheinz Krämer

Der wichtigste Faktor bei der Auswahl möglicher Spielorte für ein Gezeitenkonzert ist, dass unsere Anfrage positiv beantwortet wird, und da waren wir sehr froh, überall willkommen zu sein. Viele Küsterinnen und Küster haben sich spontan viel Zeit genommen, uns alles ausführlich zu zeigen. Dann ist es wichtig, dass die Akustik und die Gegebenheiten für die Künstler passen. Und nicht überall kann man beispielsweise ein Orchesterkonzert durchführen. Dafür braucht es schon ordentlich Platz, der beispielsweise in der Neuen Kirche in Emden und der Großen Kirche in Leer oder der eindrucksvollen St.-Magnuskirche in Esens sowie der Johannes a Lasco Bibliothek Emden gegeben ist. Auch Formate wie Wort & Musik oder Jazzkonzerte passen nicht überall hin. Die Musiker benötigen eine Umkleide- und Rückzugsmöglichkeit. Die Gastronomie muss sich draußen irgendwo aufbauen können, und nach Möglichkeit soll das noch einladend aussehen. Eine Schlechtwettervariante sollte für alle Fälle ebenfalls vorhanden sein. Leider ist auf den ostfriesischen Sommer nicht immer Verlass! Wichtig sind ausreichende Toilettenkapazitäten, denn nichts ist schlimmer als wenn es sich in den Pausen vor dem einzigen Klo staut und die Gäste ungeduldig werden.
Und nicht zuletzt müssen die Interessen unserer Konzertförderer berücksichtigt werden.

ev.-luth. Kirche Reepsholt, Foto: Karlheinz Krämer

ev.-luth. Kirche Reepsholt, Foto: Karlheinz Krämer

In weiteren Artikeln werden in Kürze einzelne Spielorte der Gezeitenkonzerte vorgestellt.