Sturmflut in Dangast

Die Gipfelstürmer Philipp Wollheim (Violine), Raphael Paratore (Violoncello) und Verena Metzger (Klavier) fluten das Kurhaus Dangast mit Musik

Philipp Wollheim, Verena Metzger und Raphael Paratore beim Gezeitenkonzert in Dangast, Foto: Karlheinz Krämer

Philipp Wollheim, Verena Metzger und Raphael Paratore beim Gezeitenkonzert in Dangast, Foto: Karlheinz Krämer

Und schon wieder ein runder Geburtstag, wie schnell man doch alt wird: Konzert 30 im alten Kurhaus in Dangast. Ein außergewöhnlich schöner Spielort, denn das Kurhaus ist direkt am Meer gelegen. Auch das konstant schlechte Wetter hatte gestern seinen ganz eigenen Charme und lud trotzdem zu Strandspaziergängen ein. Ab 20:00 Uhr machte ich es mir auf einem der Hörplätze gemütlich, in einem kleinen Seitenschiff (Wir waren zu lange in Kirchen!) des Konzertraums, der ebenfalls sehr gemütlich war. Mit Stammtisch-Feeling begann das Konzert mit meinem Highlight der ersten Hälfte, Schostakowitschs erstem Klaviertrio, was er im zarten Alter von 17 Jahren für eine junge Angebetete schrieb, die seine Gefühle später sogar erwiderte. Komponist müsste man sein… Auch wenn dieses Stück laut Programmheft noch recht „romantisiert“ ist, musste ich sofort an Schostakowitsch denken. Solche Phrasen, gerade in der Violine, muss man sonst lange suchen. Gerade die schnellen Aufwärtsläufe weckten die Aufmerksamkeit und brachten mich so richtig in Konzertstimmung. Von meinem Hörplatz aus konnte ich immer mal einen Streicherkopf wippen und wackeln sehen. Weiterlesen

Nachklapp zum Konzert in Emden

Anna Reszniak und Lars Vogt beim Gezeitenkonzert in der Neuen Kirche Emden, Foto: Karlheinz Krämer

Anna Reszniak und Lars Vogt beim Gezeitenkonzert in der Neuen Kirche Emden, Foto: Karlheinz Krämer

Besser spät als nie, deshalb jetzt noch ein kleiner Nachklapp zum Konzert des vergangenen Sonntags, was hier nicht ungewürdigt bleiben darf. Die Gezeitenkonzerte waren in Emden in der Neuen Kirche zu Gast. Bereits beim Aufbau gab es Probleme, da wir mit einem „Orkan“ zu kämpfen hatten. Nachdem wir Tische und Stühle und – am schlimmsten – das große Zelt errichtet hatten, wehte uns die gesamte Auslage ständig vom Tisch und verstreute sich über den ganzen Friedhof. Es gibt deutlich schönere Orte zum Aufräumen. Deswegen verpasste ich auch ärgerlicherweise das Klavier-Solo von Lars Vogt. Die Schubert-Impromptus hörten sich aber auch durch die Kirchenmauern noch sehr schön an. Danach hatten wir alles wieder eingefangen, und ich konnte mich auch in die Kirche setzen.

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Kometeneinschlag im Gut Horn

Ein verregneter Sommerabend auf Gut Horn Gristede, Foto: Karlheinz Krämer

Ein verregneter Sommerabend auf Gut Horn Gristede, Foto: Karlheinz Krämer

Regen, nichts als Regen. Den ganzen Tag schon. Nach dem furiosen Eröffnungskonzert schien es eher trübe weiterzugehen. Nach dem Aufbauen waren alle bereits sehr durchnässt und wärmten sich mit heißem Kaffee im warmen und trockenen Gut Horn auf. Eigentlich schade, dass man diesen wundervollen Ort nicht bei Sonnenschein genießen konnte. Vielleicht ja im nächsten Jahr?

Schneller als man denkt, beginnt der Einlass, alsbald ist es 20:00 Uhr, und die Musik kann losgehen. Begonnen wurde mit einem Duett von Mozart in G-Dur, eigentlich für Violine und Viola, heute in einer Fassung mit Violoncello. Wunderschön, keine Frage. Mozart kommt immer gut. Doch zufällig spiele ich dieses Stück auch gerade mit einer Bratschistin, mehr oder weniger erfolgreich. Aber trotzdem: Da musste doch noch mehr kommen! Weiterlesen