Ludgerikirche Norden

Ludgerikirche Norden, Foto: Karlheinz Krämer

Ludgerikirche Norden, Foto: Karlheinz Krämer

Auf dem Marktplatz von Norden, einem der ausgedehntesten Deutsch­lands, steht der heute größte Sakralbau Ostfrieslands. Das aus heimi­schem Backstein und aus Tuff, einem Stein vulkanischen Ursprungs aus der Eifel, erbaute Gotteshaus wurde 1980-85 umfassend restauriert. Ursprünglich eine Tuffsteinkirche aus der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts, dann im frühen 13. Jahrhundert in Backstein erneuert und später um den freistehenden Glockenturm ergänzt, war sie noch eine einfache, ungewölbte Saalkirche mit halbrunder Apsis. An deren Stelle trat dann 1445 ein gewölbtes Querschiff, dessen Ostabschluss wiederum in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts durch den spätgotischen Chor ersetzt und erweitert wurde.
Über dem Portal des nördlichen Querschiffes befindet sich ein frühgotisches Relief mit der Darstellung der Heiligen Drei Könige. Es stammt vermutlich aus der einst nördlich der Kirche gelegenen Andreas-Kirche.  Weiterlesen

Die Sankt Mauritius-Kirche in Reepsholt

ev.-luth. Kirche Reepsholt, Foto: Karlheinz Krämer

ev.-luth. Kirche Reepsholt, Foto: Karlheinz Krämer

Was von Sankt Mauritius zuerst ins Auge fällt, ist der zerstörte Backsteinturm. Er verbirgt mit seiner wuchtigen Gestalt fast die Kirche, wenn man sich ihr von Westen her nähert. Diese ist, wie man bei einem Rundgang erkennen kann, in mehreren Bauphasen entstanden.

Von der um 1200 ganz aus „Granitquadern“ erbauten Kirche blieb nur der untere Teil erhalten sowie ein Portal an der Nordseite, das wesentlich tiefer liegt als das Niveau der heutigen Kirche. Weiterlesen

Spielorte bei den Gezeitenkonzerten

ev.-ref. Kirche Ditzum, Foto: Karlheinz Krämer

ev.-ref. Kirche Ditzum, Foto: Karlheinz Krämer

In Ostfriesland gibt es einen reichhaltigen Fundus an wunderschönen, zumeist kleinen Dorfkirchen, die sich hervorragend für kleine, intime Kammerkonzerte zumeist in kleinerer Besetzung eignen. Wahre Kleinode haben wir dort schon für unsere Gezeitenkonzerte entdeckt.
Um dem Auftrag der Ostfriesischen Landschaft Rechnung zu tragen, in und für ganz Ostfriesland tätig zu sein, halten wir immer wieder Ausschau nach neuen Orten, um möglichst viele Spielorte dabei zu haben und den Kirchengemeinden gerechter zu werden. Allerdings dürfen wir aber auch die Interessen unserer Geldgeber, des Landes Niedersachsen, der Landkreise Aurich, Leer und Wittmund sowie der Stadt Emden, nicht außer Acht lassen, sodass diese Orte quasi gesetzt sind.

Altes Kurhaus Dangast, Foto: Karlheinz Krämer

Altes Kurhaus Dangast, Foto: Karlheinz Krämer

Den Touristikern ist besonders wichtig, dass die Gezeitenkonzerte die gesamte ostfriesische Halbinsel bedienen, sodass auch besonders schöne Spielorte wie die imposante St.-Georgskirche in Sengwarden, das urige Alte Kurhaus Dangast oder das Pumpwerk in Wilhelmshaven, das bezaubernde Gut Horn Gristede und das Heimathaus in Aschendorf (Emsland) bespielt werden. Die Oldenburgische Landschaft und die Emsländische Landschaft freuen sich über dieses zusätzliche kulturelle Angebot in ihrem Bereich.
Leider hat es in diesem Jahr nicht geklappt, den Park der Gärten bei Bad Zwischenahn einzubeziehen, da sich die Musiker angesichts eines Open-Air-Auftritts zu unsicher waren, obwohl die tolle Zeltbühne überdacht ist. Wir hoffen auf eine baldige Gelegenheit, diese besondere Location mit einzubeziehen; vielleicht mit einem Jazzkonzert im nächsten Jahr. Dass ein Spielort wie die entzückende Deichkirche in Carolinensiel sich als Spielort der Gezeitenkonzerte förmlich aufdrängt, liegt ja wohl auf der Hand!

Auswahlfaktoren

Johannes a Lasco Bibliothek Emden, Foto: Karlheinz Krämer

Johannes a Lasco Bibliothek Emden, Foto: Karlheinz Krämer

Der wichtigste Faktor bei der Auswahl möglicher Spielorte für ein Gezeitenkonzert ist, dass unsere Anfrage positiv beantwortet wird, und da waren wir sehr froh, überall willkommen zu sein. Viele Küsterinnen und Küster haben sich spontan viel Zeit genommen, uns alles ausführlich zu zeigen. Dann ist es wichtig, dass die Akustik und die Gegebenheiten für die Künstler passen. Und nicht überall kann man beispielsweise ein Orchesterkonzert durchführen. Dafür braucht es schon ordentlich Platz, der beispielsweise in der Neuen Kirche in Emden und der Großen Kirche in Leer oder der eindrucksvollen St.-Magnuskirche in Esens sowie der Johannes a Lasco Bibliothek Emden gegeben ist. Auch Formate wie Wort & Musik oder Jazzkonzerte passen nicht überall hin. Die Musiker benötigen eine Umkleide- und Rückzugsmöglichkeit. Die Gastronomie muss sich draußen irgendwo aufbauen können, und nach Möglichkeit soll das noch einladend aussehen. Eine Schlechtwettervariante sollte für alle Fälle ebenfalls vorhanden sein. Leider ist auf den ostfriesischen Sommer nicht immer Verlass! Wichtig sind ausreichende Toilettenkapazitäten, denn nichts ist schlimmer als wenn es sich in den Pausen vor dem einzigen Klo staut und die Gäste ungeduldig werden.
Und nicht zuletzt müssen die Interessen unserer Konzertförderer berücksichtigt werden.

ev.-luth. Kirche Reepsholt, Foto: Karlheinz Krämer

ev.-luth. Kirche Reepsholt, Foto: Karlheinz Krämer

In weiteren Artikeln werden in Kürze einzelne Spielorte der Gezeitenkonzerte vorgestellt.

Das Schlüsselerlebnis

Die Spielorte unserer Gezeitenkonzerte sind mehrheitlich die tollen Kirchen in der Region, da sie sich zum einen von der Akustik her meist gut für ein Konzert eignen und zum anderen über einen ganz bestimmten Charme verfügen, mit dem reine Zweckbauten häufig nicht mithalten können. Wir sind sehr froh, dass die Kirchengemeinden uns mit offenen Armen bei sich aufnehmen und wissen diese Gastfreundschaft sehr zu schätzen!

Unangenehm für uns ist es dann nur, wenn von Künstlern, weil sie am Folgetag des Konzertes erst ihre Instrumente aus der Kirche holen möchten, versehentlich der Kirchenschlüssel mitgenommen wird. Mit gutem Willen kann man das aber schnell klären, und wenn – so wie in diesem Fall – noch ein zweiter Schlüssel vorhanden ist, ist es auch kein Drama. Die betreffende Person hat dann umgehend den Schlüssel in einem wattierten Umschlag zum nächsten Postamt gebracht und per Einschreiben ans Kirchenbüro geschickt.
Leider kam er dort nicht an, sodass unsere Künstlerbetreuerin Berit Sohn, Künstler und die Pfarrsekretärin im regen Kontakt miteinander standen, was bei solch einem Anlass nicht immer so schön ist. Es wurde ein Nachforschungsantrag bei der Post gestellt, der leider erfolglos blieb. Nun, nach Abschluss der Gezeitenkonzerte und weil Berit im Urlaub ist, habe ich noch einmal hinterher telefoniert und mir den Einlieferungsbeleg schicken lassen. Wohl dem, der diesen tatsächlich aufbewahrt!
Obwohl ich sehr deutlich spreche, hat mich die freundliche Computer-Stimme von der Deutschen Post AG an der anderen Seite des Telefons nicht verstanden, sodass aus RG dreimal RR wurde und mir eine Sendung vom 8. Oktober zur Nachverfolgung und die Zusendung eines schriftlichen Antrags per Fax angeboten wurde. Die Kollegen im Zimmer nebenan haben sich köstlich amüsiert, als ich nach dem dritten Versuch entnervt aufgeben habe.
Im Postamt Aurich wurde mir erklärt, es sei das falsche Formular … . Im Computer wurde dem Beamten zu der richtigen Sendung nichts angezeigt. Der freundliche Herr erklärte mir, dass alle Fundsachen aus beschädigten Umschlägen an einem zentralen Punkt in Deutschland gesammelt werden. Sogleich stellte ich mir tausende von Schlüsseln und ganz viele andere Dinge vor und verglich die Suche im Geiste mit der nach der Nadel im Heuhaufen. Hilfreich sei bestimmt die Schlüsselnummer. Daraufhin habe ich heute, gestern war es schon nicht mehr besetzt, im Kirchenbüro angerufen und, siehe da, der Schlüssel ist in der Zwischenzeit aufgetaucht, zwar mit großer Verspätung, aber immerhin. Es konnte nur nicht Bescheid gegeben werden, da keine Telefonnummer vorhanden war. Wie war doch noch unser Mantra? Alles wird gut!