Three Fall & Melane holen den Sommer zurück

Nach vier Jahren kehrt die Band Three Fall mit der Sängerin Melane zurück in den Norden.

North Bound

North Bound bereit für die Gezeiten, Foto: Stephan Adelmund

Als Auftakt zum Epilog der Gezeitenkonzerte gab es in diesem Jahr zwei Konzerte der etwas anderen Art.
Am vergangenen Wochenende durften wir an zwei sehr unterschiedlichen Spielstätten die Band Three Fall & Melane erleben: Am Samstag in Tannenhausen auf dem Gelände der Wake-Boardanlage North Bound und Sonntag im Steinhaus in Bunde. Die Spielstätten konnten unterschiedlicher kaum sein. Während die Anlage in Tannenhausen eine moderne, super hippe Strandbar ist, prägt das Steinhaus eine Jahrhunderte zurückreichende Geschichte und Tradition. Diese zwei Orte mit der gleichen Band zu bespielen, stellte uns vor gewisse Herausforderungen. Weiterlesen

Three Fall & Melane zurück in Ostfriesland

Three Fall and Melane, Foto: Mirko Polo

Auch wenn der Hochsommer nun endgültig vorbei sein dürfte, ist es noch nicht an der Zeit, die Open-Air-Saison zu beenden. Die Jazz-Gruppe Three Fall wird MORGEN (08.09. um 20:00 Uhr) mit der Sängerin Melane nach vier Jahren zurück nach Ostfriesland kommen. Im Rahmen der Gezeitenkonzerte werden sie ein Konzert in der Beachbar North Bound geben. Die Band besteht aus einer einzigartigen Besetzung, nämlich aus zwei Bläsern und Schlagzeug, ohne Akkord- oder Bassinstrument. Diese besondere Konstellation, mit entsprechend einzigartigem Klang, macht sie zu einer sehr beliebten Gruppe auf diversen deutschen Jazzfestivals. Melane kam erst später dazu und ergänzt das Trio mit ihrer kraftvollen und strahlenden Stimme. Als ich mir einige Songs von der Gruppe anhörte, merkte ich, dass mein Fuß schon nach kurzer Zeit im Takt mitwippte.

Wie kam es dazu, dass wir plötzlich ein Konzert in einer Strandbar veranstalten? Wir versuchen ja ungewöhnliche Orte zu Konzertorten zu machen, doch eine Strandbar war bisher noch nicht dabei. Vor ziemliche genau einem Jahr saßen Wiebke Schoon, Johanna Pape und die Chefs von North Bound bei einem gemütlichen Bierchen beisammen und es entstand die „Schnapsidee“ ein Konzert in der Beachbar in Tannenhausen zu veranstalten. Schnell war auch klar, dass die Band Three Fall & Melane hervorragend zu einer solchen Konzertlocation passt: Sandstrand, Wärme (die durch Heizpilze gewährleistet ist), Strandkörbe und Liegen – und dazu Jazz? Das klingt doch nach einem verlockenden Samstagabend, den man mit Freunden begehen kann! Und die gute Nachricht ist – wir haben noch Karten, die an der Abendkasse oder online auf reservix.de erworben werden können.

Wir freuen uns auf euch!

Mönkemeyer und Youn begeistern mit spannendem Programm

Nils Mönkemeyer

Nils Mönkemeyer vor dem Konzert, Foto: Karlheinz Krämer

Mit Nils Mönkemeyer und Wiliam Youn begann unsere letzte Festivalwoche der diesjährigen Gezeitenkonzerte. Seit Mitte Juni fahren wir und viele unserer treuen Besucher nun schon durch ganz Ostfriesland zu den unterschiedlichsten Konzertstätten. Viele Musiker feierten ihr Debüt bei den Gezeitenkonzerten, aber es gab auch durchaus eine Reihe von bekannten Gesichtern.

So war es auch bei Nils Mönkemeyer und Wiliam Youn, die dieses Jahr nun schon zum dritten Mal bei uns waren. Ein sehr abwechslungsreiches Programm mit zwei großen Höhepunkten – einmal die Sonate für Violine und Klavier in A-Dur von César Franck, am Dienstag in der Fassung für Viola und Klavier zum Ende der ersten Hälfte und zum Abschluss des Konzertes eine Violasonate von Rebecca Clarke, die zwar zum Repertoire eines jeden Bratschers gehört, aber sonst eher unbekannt ist. Beide Stücke haben wir jedoch schon bei den Gezeitenkonzerten gehört, die Franck-Sonate sogar in dieser Spielzeit von dem Geiger Daniel Hope. Die andere Sonate hat Nils Mönkemeyer persönlich schon bei uns gespielt, als er das erste Mal bei uns gastierte.
Nils Mönkemeyer zählt man zu den größten Bratschisten unserer Zeit. Als Kammermusiker und Solist gastiert er in den großen Konzerthäusern dieser Welt. Doch gerade so einen Weltstar mal in so einer kleinen Kirche erleben zu dürfen, hat seinen ganz besonderen Charme. Durch die unmittelbare Nähe und ein viel kleineres Publikum, ist es in den ostfriesischen Kirchen eine viel intimere und spannungsvollere Atmosphäre. Von den Künstlern bekommen wir immer wieder die Rückmeldung, was wir für ein tolles Konzertpublikum haben und wie gerne sie an den außergewöhnlichen Spielstätten konzertieren. Unter anderem ist dies sicherlich ein Grund, warum so viele Musiker immer wieder gerne zu unserem Festival zurückkehren. Weiterlesen

Christian Tetzlaffs einzigartiges Bachkonzert

Christian Tetzlaff spielt alle sechs Sonaten und Partiten für Violine solo in der Johannes a Lasco Bibliothek in Emden.

Christian Tetzlaff

Tetzlaff spielt Bach in der JaL, Foto: Karlheinz Krämer

Als ich das Programm der diesjährigen Gezeitenkonzerte zum ersten Mal sah, konnte ich meinen Augen nicht trauen. Zunächst fiel mein Blick auf Christian Tetzlaff und ich freute mich, weil er wirklich zu den ganz großen Geigern der heutigen Zeit gehört. Danach streiften meine Augen das Konzertprogramm: 6 Sonaten und Partiten für Violine solo von Johann Sebastian Bach. Weiterlesen

Grigory Sokolov verzaubert mit Haydn und Schubert

Grigory Sokolov

Sokolov in der Musik, Foto: Karlheinz Krämer

Beim 20. Gezeitenkonzert 2018 am vergangenen Dienstag durften wir Grigory Sokolov im Theater an der Blinke zum wiederholten Male begrüßen. Mit vielen anderen Zuschauern freute ich mich sehr auf diesen Konzertabend. Vielleicht, weil Sokolov ein so großer Name in der Musikerwelt ist und die sehr hohen Ansprüche des Pianisten bekannt sind, kursierten die Gerüchte, dass das Konzert schon seit Monaten ausverkauft sei bzw. ausfallen müsse, weil es ihm zu warm sei. Jedoch stimmten beide Munkeleien natürlich nicht. Als das Konzert begann, war der Saal sehr gut gefüllt und dass der ein oder andere Platz im Rang freigeblieben ist, kam vielleicht auch der Temperatur des Saals zugute und war eben jener geschuldet. Weiterlesen

Alexander Krichel begeistert das Publikum

Alexander Krichel, Foto: Karlheinz Krämer

Am vergangenen Montag beglückte uns Alexander Krichel bei den Gezeitenkonzerten. Da ich in dieser Woche Berit Sohn in der Künstlerbetreuung vertreten habe, hatte ich die Gelegenheit, auch etwas mehr von dem Pianisten mitzubekommen und nicht nur den Künstler auf der Bühne zu erleben. Ich finde es immer sehr spannend, die unterschiedlichen Persönlichkeiten kennenzulernen, die sich hinter so einem Genie verbergen. Manche leben förmlich in einer Blase und werden von der Gesellschaft als „Künstler“ belächelt, dann gibt es diejenigen, die durch ihr Ansehen und ihre Beachtung sehr hochnäsig werden und erwarten, dass sie von allen Seiten bedient werden und dann gibt es Künstler wie Alexander Krichel, die wahre Meister in ihrem Metier sind, aber im Alltag sehr bodenständig und menschlich geblieben sind.
Als ich dann abends im Konzert in der Kirche zu Völlen saß, brauchte ich zunächst etwas Zeit um „Alex“ mit dem Pianisten auf der Bühne in Einklang zu bringen. Neben einer wirklich exzellenten Technik besitzt Alexander Krichel eine sehr große Musikalität wie ich sie wirklich nur selten bei so jungen Musikern erlebt habe. Weiterlesen

Tango mit dem Isabelle van Keulen Ensemble

Isabelle van Keulen Ensemble, Foto: wildundleise.de

Am vergangenen Donnerstag durften wir in der Kirche in Münkeboe das Isabelle van Keulen Ensemble mit einem Piazzolla-Abend bei den Gezeitenkonzerten erleben. Aufgrund der hohen Nachfrage, waren schon wenige Tage nach Verkaufsstart keine Karten mehr für dieses Konzert zu erwerben. Über 300 Leute hatten das Glück, sich dieses Konzert anhören zu dürfen. Wie auch in vergangenen Jahren, bot die Kirchengemeinde in Münkeboe eine große Menge an Grillgut an. Mit Steaks oder Bratwurst, dazu ein Kartoffel- oder Bohnensalat, konnten die Besucher sich daran mit einem Gläschen Wein stärken und wärmen.
An diesem stürmischen Abend konnten wir sehr unterschiedlichen Stücken des argentinischen Komponisten Astor Piazzolla lauschen. Dieser war der Begründer des Tango Nuevo, eine Art Tango, die nicht nur als Tanz- sondern nun vielmehr als Konzertmusik fungieren sollte. Er erweiterte den Tango um viele Elemente, die aus der westlichen Musik schon bekannt waren. Insbesondere Elemente aus der Neuen Musik und dem Jazz fanden nun Anklang in seinen Werken. Und trotzdem blieb der traditionelle Tango immer deutlich erkennbar.
An diesem Abend begann das Konzert jäh, kaum war der Applaus verebbt. Mit dem bekannten Libertango wurden wir in die Welt des Tangos entführt. Weiterlesen

Daniel Hope und Matthias Kirschnereit – ein Spagat zwischen musikalischer Finesse und menschlicher Nähe

Daniel Hope in der Auricher Lambertikirche, Foto: Karlheinz Krämer

Eine Woche ist es nun her, seit Daniel Hope uns ein weiteres Mal bei den Gezeitenkonzerten beglückt hat. Bis vor wenigen Wochen war mein Erstwohnsitz in der Kulturstadt Leipzig, wo ich studiert habe. Jede Woche gab es wirklich wunderbare Konzert im Gewandhaus zu Leipzig oder der Musikhochschule, wunderbar inszenierte Opern im Opernhaus am Augustusplatz oder kleinere musikalische Veranstaltungen in Kirchen, WGs oder Pubs. Alles was ich mitnehmen konnte, konsumierte ich förmlich, da ich diese Vielfalt aus meiner Kindheit in Ostfriesland nicht kannte. Gerade die Orchestermusik berührte mich sehr. Von der anfänglichen fast naiven Begeisterung wuchs mit der Zeit auch eine strenge Konzertkritikerin in mir heran. Es brauchte mehr als exzellente Technik oder sehr virtuose Stücke um mich zu begeistern. Ich wollte mitgerissen werden, erwartete, dass mich die Musik innerlich wirklich berührt. Gerade an Violinkonzerte, habe ich als Geigerin sehr hohe Ansprüche an die Musiker. An einer Hand kann ich die Konzerte mit Geigern abzählen, die mir wirklich in Erinnerung geblieben sind und am vergangenen Montag haben Matthias Kirschnereit und Daniel Hope genau dies geschafft – mir wurde ein Konzert geschenkt, welches mir noch lange in Erinnerung bleiben wird. Weiterlesen

Streifzug in Loquard

Streifzug Loquard

Fliesen mit verschiedenen Motiven, Streifzug Loquard

In dem 614-Seelen-Dorf Loquard fand am vergangenen Donnerstag unser Streifzug vor dem Gezeitenkonzert in der Kirche zu Pewsum statt. In diesem kleinen Dorf ist die Globalisierung noch nicht angekommen. Kleine Altbauten mit gepflegten Gärten, gepflasterte Straßen, die kaum breit genug für unseren VW Arteon sind, keine Geschäftsstraße, keine Hektik.
Heute durften die Besucher eine kleine, traditionelle Fliesenmanufaktur besichtigen. Die aus Holland stammende Tradition fand vor über 300 Jahren nicht nur als Wandschmuck ihre Verwendung; sie wurde auch ganz pragmatisch als Wetterschutz in den sonst sehr zugigen Wohnungen eingesetzt. Hergestellt wurden die Fliesen nicht nur von Künstlern, sondern auch viel von armen Bauern, die sich im Winter etwas dazuverdienen mussten. Heutzutage wird dieses Kunsthandwerk nur noch vereinzelt ausgeübt und eine Werkstatt, wie wir sie in Loquard gesehen haben, ist in Norddeutschland einzigartig. Weiterlesen