St. Georgskirche Weener

St. Georgskirche Weener, Foto: Karlheinz Krämer

St. Georgskirche Weener, Foto: Karlheinz Krämer

Die Kirche liegt auf dem höchsten Punkt der schon im 10. Jahrhundert erwähnten Siedlung inmitten einer Baumgruppe verborgen, die sie schützend umgibt. Von Südosten her betritt man den Kirchhof durch ein schönes Korbbogenportal mit geschweiftem Giebel von 1754.
Vom romanischen Bau sind Spuren von rundbogigen Fenstern und Türen erhalten. 1462 bekam die Kirche ihren gotischen Chor mit den hohen Maßwerkfenstern. 1893 erweiterte man den Bau an der Nordseite um ein Querschiff. Der Glockenturm entstand 1738.
Wenn man die Kirche von Westen her betritt, bietet sich einem ein zunächst ungewöhnlicher Blick in den Innenraum. Das angebaute Querschiff, der durch eine Wand abgetrennte Chorraum, der zentrale Platz der Kanzel mit Abendmahlstisch und -bank (erste Hälfte 17. Jahrhundert) lassen sich dadurch erklären, dass hier eine reformierte Kirchengemeinde ihren Gottesdienst abhält. In vielen Kirchen im westlichen Ostfriesland findet man eine ähnliche Anordnung, die darauf beruht, dass im Mittelpunkt des reformierten Gottesdienstes nicht die sakrale Handlung vor dem Altar steht, sondern das Wort Gottes, das von der Kanzel herunter verkündigt wird.

St. Georgskirche Weener, Innenansicht, Foto: Karlheinz Krämer

St. Georgskirche Weener, Innenansicht, Foto: Karlheinz Krämer

Vor der Ostwand erhebt sich eines der prächtigsten und qualitätvollsten Instrumente der „Orgellandschaft Ostfriesland“. Es wurde laut einer bei der Restaurierung gefundenen Inschrift von „F.C. Schnitger gemacht Ao. 1710 zu Neuenfelde“. Franz Caspar war unter den Söhnen des berühmten Orgelbauers Arp Schnitger aus Hamburg der bedeutendste Orgelbauer. Diese zweimanualige Orgel mit selbständigem Pedal und 29 Registern wurde 1779-82 von Johann Friedrich Wenthin aus Emden um die seitlichen Pedalgehäuse ergänzt und klingt seit 1982, nach gründlicher Restaurierung durch Jürgen Ahrend aus Leer-Loga, wieder wie vor fast 300 Jahren. Hier zeigt sich der heutige, hohe Stand der Rekonstruktion des Klanges historischer Orgeln. Es handelt sich dabei um die Wiederherstellung des ursprünglichen Klanges unter Zugrundelegung des erhaltenen Originalmaterials. Auch ihr Äußeres wurde durch die rote Farbfassung wieder in den Zustand von 1782 versetzt.

Text: Monika van Lengen

Ev.-ref. St. Georgskirche Weener
Kirchplatz
26826 Weener

spezieller Blick auf die Kirche in Weener, Foto: Karlheinz Krämer

spezieller Blick auf die Kirche in Weener, Foto: Karlheinz Krämer