Das Schlüsselerlebnis

Die Spielorte unserer Gezeitenkonzerte sind mehrheitlich die tollen Kirchen in der Region, da sie sich zum einen von der Akustik her meist gut für ein Konzert eignen und zum anderen über einen ganz bestimmten Charme verfügen, mit dem reine Zweckbauten häufig nicht mithalten können. Wir sind sehr froh, dass die Kirchengemeinden uns mit offenen Armen bei sich aufnehmen und wissen diese Gastfreundschaft sehr zu schätzen!

Unangenehm für uns ist es dann nur, wenn von Künstlern, weil sie am Folgetag des Konzertes erst ihre Instrumente aus der Kirche holen möchten, versehentlich der Kirchenschlüssel mitgenommen wird. Mit gutem Willen kann man das aber schnell klären, und wenn – so wie in diesem Fall – noch ein zweiter Schlüssel vorhanden ist, ist es auch kein Drama. Die betreffende Person hat dann umgehend den Schlüssel in einem wattierten Umschlag zum nächsten Postamt gebracht und per Einschreiben ans Kirchenbüro geschickt.
Leider kam er dort nicht an, sodass unsere Künstlerbetreuerin Berit Sohn, Künstler und die Pfarrsekretärin im regen Kontakt miteinander standen, was bei solch einem Anlass nicht immer so schön ist. Es wurde ein Nachforschungsantrag bei der Post gestellt, der leider erfolglos blieb. Nun, nach Abschluss der Gezeitenkonzerte und weil Berit im Urlaub ist, habe ich noch einmal hinterher telefoniert und mir den Einlieferungsbeleg schicken lassen. Wohl dem, der diesen tatsächlich aufbewahrt!
Obwohl ich sehr deutlich spreche, hat mich die freundliche Computer-Stimme von der Deutschen Post AG an der anderen Seite des Telefons nicht verstanden, sodass aus RG dreimal RR wurde und mir eine Sendung vom 8. Oktober zur Nachverfolgung und die Zusendung eines schriftlichen Antrags per Fax angeboten wurde. Die Kollegen im Zimmer nebenan haben sich köstlich amüsiert, als ich nach dem dritten Versuch entnervt aufgeben habe.
Im Postamt Aurich wurde mir erklärt, es sei das falsche Formular … . Im Computer wurde dem Beamten zu der richtigen Sendung nichts angezeigt. Der freundliche Herr erklärte mir, dass alle Fundsachen aus beschädigten Umschlägen an einem zentralen Punkt in Deutschland gesammelt werden. Sogleich stellte ich mir tausende von Schlüsseln und ganz viele andere Dinge vor und verglich die Suche im Geiste mit der nach der Nadel im Heuhaufen. Hilfreich sei bestimmt die Schlüsselnummer. Daraufhin habe ich heute, gestern war es schon nicht mehr besetzt, im Kirchenbüro angerufen und, siehe da, der Schlüssel ist in der Zwischenzeit aufgetaucht, zwar mit großer Verspätung, aber immerhin. Es konnte nur nicht Bescheid gegeben werden, da keine Telefonnummer vorhanden war. Wie war doch noch unser Mantra? Alles wird gut!