Tour-Auftakt TONALi 2016

_MGM8568Auch in diesem Jahr arbeiten die Gezeitenkonzerte wieder mit TONALi zusammen. Am 9. März 2016 fand der Auftakt zur diesjährigen TONALi-Tour in Marienhafe statt. Meine Kollegin Wiebke Schoon und ich fuhren bereits früh morgens dorthin. Nach anfänglichen technischen Schwierigkeiten (an dieser Stelle nochmal tausend Dank an den äußerst findigen Schulassistenten, Thomas Götz!) konnten wir dann endlich anfangen, die 40 Schülerinnen und Schüler auf ihre neuen Aufgaben vorzubereiten. Mit einem gemeinsamen Bus waren aus den anderen beiden Kooperationsschulen, der KGS Hage-Norden und der Realschule Dornum nämlich je zwölf Teilnehmer zur IGS nach Marienhafe gekommen.
Während unserer (fast) pannenfreien Präsentation gelang es uns langsam aber sicher, sie für TONALi-Tour zu entflammen. Dies verdanken wir nicht zuletzt der Unterstützung des per Skype zugeschalteten TONALi-Gründers, dem Cellisten Amadeus Templeton. Weiterlesen

Eine exklusive Programmvorstellung

Gestern Abend fand im Landschaftsforum der Ostfriesischen Landschaft ein Konzert gepaart mit einer Vorstellung des Programms der kommenden Saison für die Förderer und Sponsoren der Gezeitenkonzerte statt.

Landschaftspräsident Rico Mecklenburg, Foto: Reinhard Former

Landschaftspräsident Rico Mecklenburg, Foto: Reinhard Former

Landschaftspräsident Rico Mecklenburg brachte nach einer kurzen Begrüßung den Anlass des Konzertes auf den Punkt: „Sie sind uns lieb und wir sind Ihnen teuer“.
Ohne diese großzügige Förderung seien die Gezeitenkonzerte  in dieser Form und Qualität nicht realisierbar.

Auch der künstlerische Leiter, Prof. Matthias Kirschnereit, war voll des Lobes und stellte die Besonderheit der Gezeitenkonzerte heraus: Die enthusiastische Aufbruchstimmung habe sich bis zum fünfjährigen Jubiläum durchgezogen, die Musik stehe nach wie vor im Vordergrund und nicht bloß das Ziel im Konzert gesehen zu werden, wie es vielleicht bei einigen anderen namhaften („aber deshalb nicht weniger großartigen!“) Festivals der Fall sei.

Weiterlesen

Nachsitzen mit den „Neuen Bahnen“

Am Sonntag waren um 11 Uhr auf NDR Kultur zwei Gezeitenkonzerte des vergangenen Festivals zu hören. Lilit Grigoryan war einmal mit Anna Vinnitskaya und einmal mit ihrer Mentorin Maria João Pires zu hören. Doch warum zwei Konzerte? Maria João Pires war zum ursprünglichen Konzerttermin erkrankt, für sie sprang Anna Vinnitskaya spontan ein. Doch auch dieses Konzert konnte wegen einer Autopanne fast nicht stattfinden. Diese Geschichte, im Radio so locker erzählt, treibt einigen Kollegen heute noch den Schweiß auf die Stirn. Doch zurück zum Konzert aus der Neuen Kirche.

Anna Vinnitskaya, Foto: Karlheinz Krämer

Anna Vinnitskaya, Foto: Karlheinz Krämer

Zunächst brachte Anna Vinnitskaya die „Kinderszenen“ von Schumann zu Gehör. Besonders beeindruckt hat mich der Ausdruck der Pianistin, sofort hatte ich bei jedem Stück Bilder vor Augen. Dieser Vortrag erscheint noch unglaublicher, wenn man bedenkt, dass sie spontan – erst am Vortag gefragt – für Maria João Pires eingesprungen ist. Eine solche Nervenstärke muss man erst einmal haben. Wir Amateure bereiten uns manchmal über ein halbes Jahr auf solche Auftritte vor. Im Interview sagt sie sogar, dass ihr die spontanen Konzerte eigentlich doch die liebsten seien. Im Vorfeld hatte sie gerade mal 30 Minuten Zeit, die Akustik in einem vollkommen unbekannten Raum auf einem unbekannten Flügel zu testen. Auch wenn viele Instrumente gleich aussehen, lässt sich jedes auf seine eigene Weise bespielen.

Weiterlesen

Der Zugelaufene

Der zugelaufene Hilko Engberts, Foto: Dirk Lübben

Der zugelaufene Hilko Engberts, Foto: Dirk Lübben

Nanu, ein neuer Blogger…wer´s dat denn?! Mein Name ist Hilko Engberts, und ich mache in diesem Jahr ein „Freiwilliges Soziales Jahr Kultur“ (FSJ-Kultur) bei der Ostfriesischen Landschaft. Zunächst in der Kulturagentur und seit dem 1. Dezember 2015 im Landschaftsforum. Daher werde ich auch bei den Gezeitenkonzerten 2016 dabei sein. Letzten Sommer habe ich mein Abitur am Ubbo-Emmius-Gymnasium in Leer gemacht und wollte vor meinem Studium einfach mal raus aus dem Schule-Uni-Trott, mal ein Jahr lang in das sogenannte Arbeitsleben eintauchen. Ich bin selbst leidenschaftlicher Musiker; es liegt also nichts näher als beim größten Festival für klassische Musik in Ostfriesland mitzumachen und auch mal die bequeme Kirchenbank des Zuschauenden zu verlassen. Die Menge an Arbeit und Engagement, die hier aufgebracht wird, hat mich schon sehr überrascht. Zur Konzertvorbereitung gehört eben doch mehr, als Notenständer aufzustellen. Ich selbst bin auch schon mitten in den Vorbereitungen für mein eigenes Projekt, TONALi. Es handelt sich um ein Musikvermittlungsprojekt an Schulen, bei dem junge, aufstrebende Stars der Klassikszene ein moderiertes Konzert spielen. Schülermanager werden eigenständig drei Schulkonzerte organisieren, die Künstler betreuen und zuvor auch einladen. Das Ganze mündet in einem Triokonzert vor den gesamten Schülerschaften der drei teilnehmenden Schulen. Dabei sollen die Schüler auch den Menschen hinter dem Solisten kennenlernen. Zudem erlernen sie, wie ich auch im Moment, erste Grundlagen des Kulturmanagements. Weiterlesen

Motto Gezeitenkonzerte 2016: SommerNachtsTraum

Ein lauer SommerNachtsTraum bei der Langen Nacht 2015, Foto: Karlheinz Krämer

Ein lauer SommerNachtsTraum bei der Langen Nacht 2015, Foto: Karlheinz Krämer

Ein Blick aus dem Fenster auf die schönste Stadt der Welt, die dokumentiert hat, dass sie keine Olympischen Spiele will: Es ist zwar Dezember, aber nicht Winter. Es wird sogar früh dunkel, aber nicht wirklich kalt. Vereinzelt erkennt man Weihnachtsbeleuchtung, aber es herrscht irgendwie noch keine Adventsstimmung. Da kommt der aufmunternde Vorschlag der Ostfriesischen Landschaft gerade recht: Schreib‘ doch mal wieder einen Blogbeitrag – gern über das Motto der kommenden Gezeitenkonzerte im Sommer 2016! Wie lautet das noch mal gleich?

SommerNachtsTraum
Das Motto der fünften Saison der Gezeitenkonzerte lautet SommerNachtsTraum. Nach den vieldeutigen Überschriften „Entdeckungen“ (2013) und „Kontraste“ (2014) und musikgeschichtlich eher konkreten „Neue Bahnen“ (2015) wendet sich das Festival diesmal einem scheinbar eindeutigen Begriff zu: SommerNachtsTraum – ein Einfall des künstlerischen Leiters Matthias Kirschnereit, der bei den Verantwortlichen ziemlich schnell Mehrheiten fand. Da steckt alles drin, was unser Festival ausmacht: Wir spielen mitten im Sommer, traditionell beginnend am Wochenende der Johannisnacht Ende Juni, und dann bis Mitte August. Ein besonderes Aushängeschild sind unsere Langen Nächte mit den Gipfelstürmern, einem immer ausverkauften Format, das vermutlich auch mehr als zweimal pro Saison sein begeistertes Publikum finden würde. Außerdem ist die Abendstimmung nach Konzertende in mehrheitlich wolkenlosen Sommernächten im ostfriesischen Niemandsland von oft berückendem Charme. Und Traum? Ein Traum ist das Festival im Ganzen, angefangen von der Programmvielfalt, mit großartigen Künstlern, in einer besonderen landschaftlichen Ecke Deutschlands, ein typisches Beispiel für das Mehr als die Summe einzelner Teile. Weiterlesen

Ostfriesische Trilogie – Schlusskonzert

Dritter Tag: Ausatmen in Bunderhee

Reges Treiben vor der Reithalle des Polderhofes in Bunderhee vor dem Schlusskonzert der Gezeitenkonzerte, Foto: Karlheinz Krämer

Reges Treiben vor der Reithalle des Polderhofes in Bunderhee vor dem Schlusskonzert der Gezeitenkonzerte, Foto: Karlheinz Krämer

Auf dem Polderhof in Bunderhee herrscht reges Treiben. Einige Dutzend Menschen sind in Gange, dabei sind es noch mehr als zwei Stunden bis zum Beginn des Abschlusskonzertes der diesjährigen Gezeitenkonzerte der Ostfriesischen Landschaft. Vorbereitungen für eine wirkliche Großveranstaltung – die größte, die es seit mehr als 120 Konzerten in vier Festivaljahren bisher gegeben hat. Über 1.000 Besucher werden nachher die umgestaltete Reithalle füllen, mehr als 120 Musikerinnen und Musiker werden dort spielen. Es herrscht bereits jetzt eine Arbeitsatmosphäre wie im Bienenstock.

Im umgebauten Reitstall wurden Holzböden ausgelegt, darauf in über 30 Reihen jeweils 32 Stühle aufgestellt, so dass ein Konzertsaal entstand, wo vorher Pferde ihre Runden drehten. Auf der Bühne hat ein fast beliebig großes Orchester Platz, heute ist es das Junge Philharmonische Orchester Niedersachsen (JPON), das vor drei Tagen in Westerstede, vorgestern in Otterndorf und gestern in Hannover aufgetreten ist. Weiterlesen

Ostfriesische Trilogie – Morgenstern Trio

Erster Tag: Einatmen in Bargebur

Kirche Bargebur mit Publikum vor Beginn des Gezeitenkonzertes, Foto: Karlheinz Krämer

Kirche Bargebur mit Publikum vor Beginn des Gezeitenkonzertes, Foto: Karlheinz Krämer

(Der) Norden blüht auf: In der Kirche zu Bargebur fand das drittletzte Gezeitenkonzert der Ostfriesischen Landschaft der diesjährigen, vierten Saison statt. Für mich fast schon Grund genug, ein verlängertes Ostfriesland-Wochenende erleben zu wollen und aus Hamburg mal wieder vorbeizuschauen. Dabei folgen noch Rihm in Leer und das Schlusskonzert in Bunderhee – aber davon später, wenn es soweit ist.

Bei späthochsommerlichem Wetter ohne Regen fanden sich 200 Zuhörer in der ausverkauften Kirche von Norden-Bargebur, gut dreihundert Jahre alt und damit älter als alle Kompositionen, die dann in ihrem schlicht-schönen Innenraum erklingen sollten. Interpreten waren es derer drei, nämlich das preisgekrönte Morgenstern Trio: Stefan Hempel (Violine), Emanuel Wehse (Violoncello) und Catherine Klipfel (Klavier). Kurze einleitende Worte des Landschaftsrates Helmut Markus gingen voraus, dann begann die Musik. Weiterlesen

Neue Bahnen in Timmel

Matthias Kirschnereit machte den Auftakt beim Gezeitenkonzert in Timmel, Foto: Karlheinz Krämer

Matthias Kirschnereit machte den Auftakt beim Gezeitenkonzert in Timmel, Foto: Karlheinz Krämer

Am Freitag fand in der Kirche Timmel das zweite Konzert des Festivals „Neue Bahnen“ in den Gezeitenkonzerten statt. Mehr als die Hälfte aller Veranstaltungen sind nun schon vorbei! Und wie immer ausverkauft! Das Wetter war endlich mal wieder etwas wärmer, was man auch gleich an der Kleidung erkennen konnte: viel mehr Frauen trugen Röcke und Kleider.

 

Gleich als Erstes ging der Landschaftspräsident Rico Mecklenburg auf das Motto ein, welches Matthias Kirschnereit dann noch weiter erläuterte: der Komponist Johannes Brahms und seine „Neuen Bahnen“ in der Musik, die er laut Schumann einschlug. Weiterlesen

Mandoline mit Avi Avital in Sengwarden

Avi Avital, Foto: Guy Hecht

Avi Avital, Foto: Guy Hecht

Nicht nur klein und mehr als fein

In der Reihe „Seltene Soloinstrumente“ hatten die „Gezeitenkonzerte“ noch nicht wirklich viel zu bieten – sieht man einmal von einigen Schlagzeugbatterien, diversen Saxophonen und anderen solistischen Nischeninstrumenten wie Harfe oder Bratsche ab. Aber 2015 ist es anders. Nicht nur das Aleph Gitarrenquartett (am 1. August in Hesel) bringt besondere spezielle Farbe ins Programm, ganz besonders ist dies mit der Kremerata Baltica und dem Solisten des Abends, Avi Avital, der Fall. Denn Avi Avital spielt – Mandoline!

 

Weiterlesen

Gezeiten-TV: TONALiA und Gezeitenkonzerte

Pilotprojekte in Ostfriesland durch Kooperation TONALi & Gezeitenkonzerte

Hier im Gezeitenblog haben wir ja schon öfter über unsere neue Zusammenarbeit mit dem TONALi-Wettbewerb aus Hamburg berichtet. Bei Gezeiten-TV lassen wir Amadeus Templeton, einer der beiden Gründer von TONALi, und Matthias Kirschnereit, künstlerischer Leiter der Gezeitenkonzerte, zu Wort kommen. Sie wissen, wie man das Feuer bei jungen Menschen für klassische Musik entfacht. Das A hinter TONALi steht in diesem Fall für die Kooperationen außerhalb Hamburgs, wo das Festival in Ostfriesland übrigens Prototyp ist. Unsere Schülermanager sind gerade fleißig dabei, ihre Konzerte zu planen. Unterstützt wird das Projekt TONALiA von der PwC-Stiftung.