Mozart pur, Rossini pur, Gluck pur, Freude pur

„Mozart pur” am 8. Juli in Weener mit Volker Jacobsen (Viola), Ulf Schneider (Violine), Felix Klieser (Horn) und dem Kammerorchester des Nationaltheaters Prag

Mozart pur

Mozart pur: Felix Klieser mit dem Kammerorchester des Nationaltheaters Prag, Foto: Karlheinz Krämer

Eine von zwei ostfriesischen Kirchen, die in ihrem Innern mit einer barocken Arp-Schnitger-Orgel angeben können, ist die Georgskirche in Weener. (Die andere steht in Norden.) Sie sieht ein bisschen aus wie die Breslauer Bahnhofshalle, wie man mir fotografisch belegen konnte (Uhr, Empore, gewölbte Holzdecke), was aber durchaus positiv gemeint ist. In Weener also fand am 8. Juli das zwölfte diesjährige Gezeitenkonzert statt – „Mozart pur“ mit Werken des berühmtesten Salzburgers. Angetreten vor ausverkauftem Haus war das Kammerorchester des Nationaltheaters Prag, hier bestehend aus zwölf Streichern (4-3-2-2-1), zwei Oboen und zwei Hörnern und ohne Dirigenten. Weiterlesen

Gezeitenkonzert in Remels zum Zweiten

Sextett in Remels

Das Verdi Quartett bestritt zusammen mit Volker Jacobsen und Gabriel Schwabe das Gezeitenkonzert in Remels, Foto: Karlheinz Krämer

Was soll man sagen – kaum fünf Jahre ist es her, da habe ich im August 2012 mit meinen Eltern in Remels die Herren Christian Tetzlaff und Matthias Kirschnereit musizieren hören dürfen. Und schon war ich wieder hier! Diesmal insbesondere, weil meine liebste alte Hamburger Schulfreundin den Verdi Quartett-Geiger Matthias Ellinger kannte, sich dessen Auftritt gern live anhören wollte und ein Auto besitzt.

Zugegeben, am Abend des Eröffnungskonzertes in Hamburg am Schreibtisch zu sitzen, ist schon ziemlich befremdlich. Und erst zum Konzert Nr. 13 bei den Gezeitenkonzerten aufzukreuzen, macht unfroh und wird im kommenden Jahr durch verbesserte Urlaubsplanung auch nicht wieder vorkommen! Daher traf ich erst jetzt, gut zwei Wochen nach Festivalbeginn, auf eine tiefenentspannte Orga-Truppe, die den Begriff „Nervosität“ wahrscheinlich nicht mal richtig schreiben kann, weil sie ihn nicht kennt. Dirk Lübben behauptete sogar glaubhaft, sich bisher alle Konzerte angehört zu haben und sich am heutigen Tag noch mehr auf Schönberg als auf Brahms zu freuen. Man kommt aus dem Staunen nicht heraus! Das kann ja nicht nur allein an den sensationellen Programmhefttexten liegen…
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